Russische Seelen
Das traditionsreiche Moskauer Festival «Goldene Maske» gibt es nicht mehr, es wurde durch ein Format ersetzt, das kaum der Rede wert ist. Anderes hingegen schon: Vor zehn Jahren organisierten Musiktheatermacher, als Gegenstück zur alten «Goldenen Maske», mit Unterstützung der Behörden das Festival «Musik sehen». Der Ansatz ist charmant: Jedes (Musik-)Theater des Landes kann dort Aufführungen nach eigener Wahl präsentieren. In diesem Jahr feierte man ein kleines Jubiläum.
Wie in der jüngeren Vergangenheit wurden auch diesmal viele Produktionen (Opern, Ballette, Operetten, Musicals) gezeigt, deren Qualität leider nicht über überschaubare lokale Standards hinausragte. Dennoch war es aufschlussreich und interessant, Opern russischer Klassiker anzusehen, von denen jede einzelne den Betrachter dazu zwang, über die Entwicklung der Oper in Russland während des Eroberungskrieges gegen die Ukraine nachzudenken.
In «Eugen Onegin» aus Syktywkar, der Hauptstadt der Republik Komi, zog sich die Musik unter der Leitung des Dirigenten Arid Dadaschew leider schlaff und seelenlos dahin, und Regisseur Juri Alexandrow verdrehte die Fabel so sehr, dass man nicht mehr verstand, was er da eigentlich ...
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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Alexej Parin
Seit Jahren werfen die Traditionslabels Mega-Boxen auf den Markt. Sie verbindet, dass sie oft das aufgedruckte Versprechen der «Vollständigkeit» nicht halten, wie im Fall der jetzt von Warner Classics veröffentlichten Edition «Complete Remastered Studio Recordings», die dem italienischen Dirigenten Carlo Maria Giulini (1914–2005) und seinen vor allem für Columbia...
Fast möchte man sagen: Mit Andreas Homoki wäre das nicht passiert. Aber vielleicht war gerade dies Zweck der Übung des neuen Intendanten Matthias Schulz: sich von seinem Vorgänger am Zürcher Opernhaus abzusetzen. Irritierend war die einigermaßen instinktlose Idee, seinem Gastland, der Schweiz, und seinem Arbeitgeber gleich in der zweiten Produktion seiner ersten...
Frau Kampe, was macht man eigentlich als Brünnhilde zwischen den Vorstellungen und «Ring»-Zyklen?
Ausruhen! Manchmal gehe ich auch zur Massage, damit sich der Körper ein bisschen entspannt. Ansonsten spazieren gehen, Dinge tun, die nicht allzu anstrengend sind. Aber sich völlig gehen zu lassen, ist auch nicht gut. Man muss den Motor schon am Laufen halten.
Ist es...
