Russische Seelen

Das Moskauer Festival «Musik sehen» präsentiert Opernproduktionen aus dem ganzen Land

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Das traditionsreiche Moskauer Festival «Goldene Maske» gibt es nicht mehr, es wurde durch ein Format ersetzt, das kaum der Rede wert ist. Anderes hingegen schon: Vor zehn Jahren organisierten Musiktheatermacher, als Gegenstück zur alten «Goldenen Maske», mit Unterstützung der Behörden das Festival «Musik sehen». Der Ansatz ist charmant: Jedes (Musik-)Theater des Landes kann dort Aufführungen nach eigener Wahl präsentieren. In diesem Jahr feierte man ein kleines Jubiläum.

Wie in der jüngeren Vergangenheit wurden auch diesmal viele Produktionen (Opern, Ballette, Operetten, Musicals) gezeigt, deren Qualität leider nicht über überschaubare lokale Standards hinausragte. Dennoch war es aufschlussreich und interessant, Opern russischer Klassiker anzusehen, von denen jede einzelne den Betrachter dazu zwang, über die Entwicklung der Oper in Russland während des Eroberungskrieges gegen die Ukraine nachzudenken.

In «Eugen Onegin» aus Syktywkar, der Hauptstadt der Republik Komi, zog sich die Musik unter der Leitung des Dirigenten Arid Dadaschew leider schlaff und seelenlos dahin, und Regisseur Juri Alexandrow verdrehte die Fabel so sehr, dass man nicht mehr verstand, was er da eigentlich ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Magazin, Seite 84
von Alexej Parin

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