Rückkehr und Himmelfahrt
«Ein Werk ohne Damen», sagt die Dame. Doch bei «Billy Budd», der Männeroper, drehte sich alles um eine Frau. Und um die Frage: Stehen die Hamburger nach dem Reinfall der «Frau ohne Schatten» zu ihrer Pult-Primadonna Simone Young – oder nicht?!
Nun, sie blieben sitzen. Am Ende sogar milder Wind wiedererwachender Zuneigung. Wie viel dunkle Farben, Wärme und Weite Simone Young ins Orchester gezaubert hat, ist erstaunlich. Auch verbindet sie lyrische Fäden immer wieder zu symphonisch raumgreifenden Bögen.
Die motivische Feinarbeit als Mischung aus solistischer Spontaneität und Entschiedenheit aber fehlt. Brittens spröde Tonalität bräuchte mehr Zug, mehr Klangdramaturgie, um auf Dauer überzeugen zu können. So stellt sich am Ende eine gewisse Fadheit ein.
Ist nicht «Billy Budd» etwa so sensationell wie eine Piratenpistole? Von den Seemännern bewundert, vom bösen Schiffsprofos gehasst, zeigt «Beau Billy» das Gute in seiner Chancenlosigkeit. Die latente Homosexualität der Melville-Adaption (von E. M. Forster und Eric John Crozier) rückt das Stück in die Nähe zur Trivialität. Auch wenn die schwulen Untertöne in der Inszenierung von Simon Phillips wohltuend gemildert sind.
Durchs hängende ...
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