Nachtseiten
Die Romantik lässt uns nicht los. Aufklärung und Vernunft werden zu niedrigeren Kursen notiert. Die kommenden Salzburger Festspiele wollen deshalb vor allem die Nachtseiten der Vernunft erforschen. Das Liedschaffen der Komponisten jener Zeit bildet gleichsam den Brennpunkt der Romantik: Schuberts «Winterreise» als zentrales Werk romantischer Empfindungen, Leiden, Hoffnungen, Sehnsüchte, Todesahnungen. Von Liszt stammt das Wort von den «Miniatur-Opern» in Schuberts Liedern.
Viele Regisseure, Herbert Wernicke oder Christoph Marthaler an der Spitze, haben für Schuberts Lieder-Zyklen szenische Gestaltungen erfunden. Hans Zender schrieb zur «Winterreise» eine «Komponierte Interpretation» für kleines Orchester. Günter Bialas komponierte auf Gedichte und Texte Heinrich Heines sein Lieder-Spiel «Aus der Matratzengruft». Das alles nur als eine kleine Beispielsammlung.
Zuvor allerdings hatte Mauricio Kagel schon die deutsche Romantik für sich entdeckt, genauer: das romantische Lied und hier besonders die Texte. Er schrieb seine Lieder-Oper «Aus Deutschland». Dabei drang er tief in die Seelenfalten der deutschen Romantik ein. Fragmente von Musik und Dichtung funktionieren als Versatzstücke. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Der Schnee hätte fast alles verdorben. Die Darstellerin der neuen Bonner «Lucia»-Produktion schien sich eine Erkältung eingefangen zu haben, so dass ihr Mitwirken an den Proben zunehmend beeinträchtigt wurde. Dann aber erkannte man, dass kein Virus, sondern eine allergische Reaktion auf den üppig auf der Bühne ausgestreuten Kunstschnee ihre Gesundheit...
Das Problem ist auch in Europa wohlbekannt: Wird ein großes Opernhaus zum Sanierungsfall und vorübergehend dichtgemacht, müssen Ausweichstätten her, die eine Fortführung des Spielbetriebs erlauben. Nun hat dieses Schicksal auch eines der größten Häuser der Welt ereilt: das Teatro Colón in Buenos Aires. Zwar konnten lange überfällige Modernisierungen bei laufendem...
Ist es Zufall, Schicksal, gar Fügung? Jedenfalls ist da schon wieder einer mit diesem Vornamen: Sebastian. Kein Heiliger, gewiss nicht, aber das sind auch die beiden anderen Schauspiel-Regisseure nicht, die dabei sind, das Musiktheater zu revolutionieren, Sebastian Baumgarten und Sebastian Nübling. Und fast scheint es, als ob die Gattung Oper, soeben vierhundert...
