Rossini von der besten Seite
Mit der zweiten Premiere der Saison, dem «Barbiere di Siviglia», ist dem neuen General Manager der Met, Peter Gelb, nach der ständig ausverkauften neuen «Butterfly» in der Inszenierung Anthony Minghellas ein weiterer Coup gelungen: Für die erste Aufführungsserie waren bereits am Tag nach der Premiere keine Karten mehr zu bekommen – bei Preisen bis zu 375 Dollar pro Platz. Und das lag nur zum Teil an der hochkarätigen Besetzung, die derzeit in den drei Hauptpartien kaum zu überbieten sein dürfte.
Der «offizielle» Superstar dieser Produktion war Juan Diego Flórez, der in schneidiger spanischer Uniform von Plakaten herablächelte und durch TV-Werbespots stiefelte. Der peruanische Beau sang die Partie des Almaviva so geschmeidig, so leichtfüßig, so stilsicher, so elegant, wie ihm das heute keiner nachmacht. Er ließ reichlich Charme fließen, bewies sein komödiantisches Talent, war vom Scheitel bis zur Sohle der verliebte Aristokrat. Trotzdem blieb er, das war die Überraschung des Abends, lange im Schatten seiner Kollegen Diana Damrau und Peter Mattei. Nur ganz am Schluss holte Flórez auf, weil er dort das bei den meisten Tenören der letzten einhundertneunzig Jahre gestrichene Rondo ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Von den Symmetrien der Hofarchitektur des 18. Jahrhunderts haben sich der Regisseur Jean Jourdheuil und der Bühnenbildner Mark Lammert für ihre «Così»-Inszenierung in Genf anregen lassen. Im Halbrund mit acht Drehtüren, zwischen denen sich Wände öffnen und schließen, die Menschen voneinander abgrenzen oder neu zusammenführen, spielt ihr psychologisches Experiment....
Ein trüber Novembernachmittag in Bayern, Volkstrauertag. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass in den Wohnzimmern Friedhofsruhe herrscht. Für viele Kinder des Sendegebiets ist die Stunde von fünf bis sechs der Höhepunkt des Wochenendes – vor dem Radiogerät. Auf Bayern 4 Klassik meldet sich Julia Schölzel, Moderatorin der Sendung «Doremikro»: Ins Studio ist ein...
Eines der beiden Porträts in diesem Heft ist Siegfried Kurz gewidmet. Siegfried – wer? Aus dem öffentlichen Bewusstsein scheint der sächsische Dirigent fast verschwunden. Wenn wir für ihn mehrere Seiten reservieren, hat das zwei Gründe. Erstens hat Siegfried Kurz zentrale Opernaufführungen im Osten Deutschlands geleitet. Er führte «Moses und Aron» in Dresden zu...
