Der Besuch der alten Dame

Montserrat Caballé feiert goldenes Bühnenjubiläum in Basel

Opernwelt - Logo

Das Saallicht erlischt, ein Schwarzweißfilm blitzt auf: Eine junge Sängerin mit getürmtem Haar und dramatischem Make-up wirft sich mit Verve in die Schlussszene der Imogene aus Bellinis «Il pirata». Das Basler Publikum ist entzückt: Das muss sie sein, die junge Caballé. Vor fünfzig Jahren debütierte die Katalanin an dem Schweizer Theater, das ihr jetzt ein fulminantes Bühnen­jubiläum ermöglichte.


Eine anspruchsvolle Aufgabe: Die stimmlichen Mittel, die der Dreiundsiebzigjährigen heute – nach mehr als viertausend Opernauftritten und unzähligen Konzerten – zur Verfügung stehen, sind wohl kalkuliert, aber übersichtlich. In ­Basel fällt das nicht ins Gewicht: Im Gepäck hat die Caballé – ja, genau, ihre Tochter Montserrat Marti – und zwei ­ihrer Meisterschüler, den russischen Tenor Nikolai Baskov und den Bariton Oleg Romashyn aus der Ukraine. Und es empfängt sie ein verbündeter Fan, der den Abend im ausverkauften Theater zum intimen Treffen macht: Kurt Aeschbacher ist für die Schweizer das, was den Deutschen Alfred Biolek ist. Er plaudert mit ihr entspannt über Baseler Zeiten und fünfzig Jahre im internationalen Opern- und Showbusiness.
Nach Sekunden ist klar: Neben den rund ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Magazin, Seite 24
von Claus Ambrosius

Vergriffen
Weitere Beiträge
Ein Achselzucken für den Tod

Am ersten Novembertag ist es bitter kalt in Kopenhagen. Ein Eisregen bläst schneidende Winterluft durch die Stra­ßen, richtig hell wird es ohnehin nur noch für ein paar Stunden. Auf dem Rathausplatz schrauben Arbeiter die Bühne für die Verleihung der MTV-Awards am nächs­ten Abend zurecht. Schon jetzt ist die Stadt zum Bersten gefüllt mit blasshäutigen Teenagern,...

Wettstreit bis zum Ende

In seiner fünfunddreißigsten Auflage enthielt der Bundeswettbewerb Gesang Berlin eine nicht unwesentliche Neuerung. Nach bundesweiten Vorausscheidungen und dem Hauptwettbewerb in Berlin wurden die Preisträger erst im Finalkonzert in der Komischen Oper ausgelobt, das von dem ehemaligen Wagner-­Tenor Siegfried Jerusalem moderiert wurde. Für das Publikum des Konzerts...

Sächsisches Urgestein

Ein eitler Pultstar war er nie. Aber ein Könner ersten Ranges, der das Eisen mit expressiver Intensität schmiedete und neben dem beinahe kompletten klassischen und slawischen Repertoire Ur- und Erstaufführungen von Dessau, Berg, Schönberg, Udo Zimmermann und vielen anderen Zeit­genossen dirigierte, die der Dresdner Staatsoper in schwieriger Zeit bedeutungsvolle...