Remember me!
Seine Masques sind Legende. Mit dieser aparten Form der Semi-Oper reüssierte Henry Purcell während der Restaurationszeit im England des 17. Jahrhunderts auch deswegen, weil die puritanische Revolution dafür gesorgt hatte, dass im Sprechtheater eine streng-restriktive Verbotskultur herrschte.
Mit allegorischen Figuren und einer zauberhaften, die Sinne betörenden Musik garniert, ließ sich so mancher Stoff dann doch durch die Zensur mogeln, und Purcell entpuppte sich, auch unter dem Einfluss der Tragédie en musique Lullys und Molières vergnüglichen Comédie-ballets, als ein Meister dieser Kunstform. Der «Orpheus britannicus» perfektionierte das Genre, Werke wie «King Arthur» und «The Indian Queen» (beide auf einen Text von John Dryden), «The Prophetess or The History of Dioclesian» und vor allem die beiden Shakespeare-Adaptionen «The Fairy Queen» und «The Tempest» stehen dafür ein.
Auf dem Gebiet der Oper schuf Purcell lediglich ein Stück von (allerdings erheblichem) Format: «Dido and Aeneas» rekurriert auf die mythisch-tragische Liebesgeschichte zwischen der Königin von Karthago und dem trojanischen Helden, der eine spontan wie stürmisch entfachte Liebesleidenschaft für seine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2025
Rubrik: Medien, Seite 30
von Jürgen Otten
Auf dem Cover seiner Einspielung des «Idomeneo» scheint Simon Rattle – mit geschlossenen Augen, Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zur Geste des «Superb!» geformt – verzückt ein delikates Gericht zu verkosten. Assoziativ denkt man an Wolfgang Hildesheimers Befremdung (in seiner Mozart-Biographie), dass am Hofe des Salzburger Erzbischofs «die Musik – gleichsam...
Er war ein Opern- und Orchesterdirigent von signifikanter Herkunft und kompromissloser Geradlinigkeit des Denkens. Christoph von Dohnányi wurde am 8. September 1929 in Berlin in eine Familie hineingeboren, die kulturellen Reichtum und politische Tragik gleichermaßen in sich vereinte. Durch den Großvater, den weltweit anerkannten ungarischen Pianisten und...
Extrem
Sie ist das, was man ein Multitalent nennt: Komponistin, Pianistin und Klangkünstlerin. Misha Cicjović agiert auf vielen Feldern der Neuen Musik, wobei sie die Genres gerne mischt. Am Staatstheater Wiesbaden kommt nun ihre queere Landoperette «Alles Liebe!» heraus, die sie gemeinsam mit Philipp Amelungsen (Libretto) kreiert hat. Wir stellen das Werk vor
Expe...
