Rein ins Werk

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Was ist eine «immersive Musikperformance»? Im Grunde das, was jede Nacht im Techno- oder Club-Milieu abgeht: eine Verführung, sich körperlich in Schall und Licht zu verlieren. Kein Zufall also, dass die deutsch-französische Musiktheatercompagnie La Cage und das Ensemble Miroirs Étendus für ihr Projekt «I’d rather sink» eine Location wie das Berliner Berghain aussuchte.

Der stockig-raue Beton-Charme einer Nebenhalle des ehemaligen Heizwerk-Kolosses am Ostbahnhof bildet die perfekte Hülle für ein Werk wie die Video-Oper «An Index of Metals» (2003) des früh verstorbenen italienischen Komponisten Fausto Romitelli, das auf ein Hören und Sehen in Trance zielt. Ein elektronisches Rave-Vorspiel des russischen Avantgardisten Dmitri Kouliandski, zu dem die elf Musiker und die Sopranistin Linda Oláh wie Gesandte einer mystischen Gemeinschaft mit Wassereimern für rituelle Waschungen durchs Publikum streifen, streckt die «Handlung» auf eineinhalb Stunden.

Der Zweck der von Fiona Monbet geleiteten, von Aliénor Dauchez arrangierten und von Michael Kleine ausgestatteten Übung wird zwar nicht ganz erreicht: Von den an Bildschirmschoner erinnernden Farbmetamorphosen auf dem Screen und der ...

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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 100
von Albrecht Thiemann

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