Offen für (fast) alles – Christoph von Dohnányi zum 90.

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Es hätte so schön sein können. Ein Wiedersehen mit seiner Geburtsstadt, ein tolles Stück, ein hervorragender Cast. Als Christoph von Dohnányi sich aber mit den Details der «Salome»-Inszenierung von Hans Neuenfels an der Berliner Staatsoper vertraut machte, warf er, kurz vor der Premiere im März 2018, das Handtuch – wegen «künstlerischer Differenzen». Ein streitbarer Geist war dieser Künstler, der 1968, mit 27 Jahren, am Theater Lübeck zum damals jüngsten Generalmusikdirektor der Bundesrepublik ernannt wurde, immer; dabei stets aufgeschlossen für innovatives Musiktheater.

1965 leitete er die Uraufführung von Henzes «Jungem Lord», ein Jahr später bei den Salzburger Festspielen dessen Oper «Die Bassariden». Besonders als GMD der Oper Frankfurt (wo er ab 1972 zusätzlich den Titel des «Direktors» führte) sowie als Intendant und Chefdirigent der Hamburgischen Staatsoper (1977–84) setzte sich der Enkel des Komponisten Ernst von Dohnányi für zeitgemäße Programme ein. Die große «Karriere» machte er jenseits des Atlantiks, als Chefdirigent des Cleveland Orchestra, dem er von 1984 bis 2002 vorstand. Ein geplantes «Ring»-Projekt konnte er dort nicht vollenden; es blieb bei «Rheingold» und ...

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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Magazin, Seite 101
von Jürgen Otten

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