Früchte des Zorns
Die Idee ist bezwingend charmant und poetisch. Ein «organisierter Traum» sollen die Salzburger Festspiele nach dem Willen ihres Intendanten Markus Hinterhäuser sein, und ebenso eine «Education sentimentale» aus dem Geiste Flauberts. Ein hoher Anspruch, der sich im Grunde nur dialektisch lösen lässt im Angesicht der in diesem Jahr programmierten Bühnenwerke. Vieles bewegt sich im mythischen Feld, in Sphären, in denen die Götter zürnen und die Menschen um ihr Heil fürchten müssen.
Mittendrin starke, liebende, mächtige, verzweifelte Frauen: Medea, Elettra, Ilia, Alcina sowie einige illustre, ins Groteske verzerrte Sommergäste. Ein sehr anspruchsvolles Personal, das nicht in jeder Interpretation zu seinem Recht kommt. Musikalisch aber herrscht höchstes Niveau
Armer Teufel. Wie gerne würde er seinen Schützling, den todgeweihten Jedermann, in die Arme schließen. Allein, da ist kein Durchkommen. Werke und Bruder Glaube stehen im Weg, finster entschlossen. Ein echter Beelzebub aber, vor allem einer mit zwei Schwänzen (einer hinten, wie es sich gehört, einer vorne, was sehr lustig ausschaut), lässt sich so leicht nicht unterkriegen. Also schwingt er sich hinauf zur großen Philippika über ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten
Zoff bei Oberons. Der Elfenkönig liegt im Streit mit seinem Ehegespons Titania, es geht um die menschliche Treue. Diese rechtfertigen müssen daher der Ritter Hüon von Bordeaux und Rezia, die Tochter des Kalifen zu Bagdad, allerlei Wundersames und auch schwer Erträgliches durchstehen, ehe sie einander in die Arme fallen dürfen. So weit die Handlung von Webers...
Was ist eine «immersive Musikperformance»? Im Grunde das, was jede Nacht im Techno- oder Club-Milieu abgeht: eine Verführung, sich körperlich in Schall und Licht zu verlieren. Kein Zufall also, dass die deutsch-französische Musiktheatercompagnie La Cage und das Ensemble Miroirs Étendus für ihr Projekt «I’d rather sink» eine Location wie das Berliner Berghain...
JUBILARE
Adam Fischer studierte Komposition und Dirigieren in seiner Geburtsstadt Budapest sowie bei Hans Swarowsky in Wien. 1973 gewann er den 1. Preis des Cantelli-Wettbewerbs in Mailand und wurde daraufhin als Korrepetitor an die Grazer Oper verpflichtet. Nach Stationen als Erster Kapellmeister in Helsinki, Karlsruhe und München war er GMD in Freiburg...
