Früchte des Zorns
Die Idee ist bezwingend charmant und poetisch. Ein «organisierter Traum» sollen die Salzburger Festspiele nach dem Willen ihres Intendanten Markus Hinterhäuser sein, und ebenso eine «Education sentimentale» aus dem Geiste Flauberts. Ein hoher Anspruch, der sich im Grunde nur dialektisch lösen lässt im Angesicht der in diesem Jahr programmierten Bühnenwerke. Vieles bewegt sich im mythischen Feld, in Sphären, in denen die Götter zürnen und die Menschen um ihr Heil fürchten müssen.
Mittendrin starke, liebende, mächtige, verzweifelte Frauen: Medea, Elettra, Ilia, Alcina sowie einige illustre, ins Groteske verzerrte Sommergäste. Ein sehr anspruchsvolles Personal, das nicht in jeder Interpretation zu seinem Recht kommt. Musikalisch aber herrscht höchstes Niveau
Armer Teufel. Wie gerne würde er seinen Schützling, den todgeweihten Jedermann, in die Arme schließen. Allein, da ist kein Durchkommen. Werke und Bruder Glaube stehen im Weg, finster entschlossen. Ein echter Beelzebub aber, vor allem einer mit zwei Schwänzen (einer hinten, wie es sich gehört, einer vorne, was sehr lustig ausschaut), lässt sich so leicht nicht unterkriegen. Also schwingt er sich hinauf zur großen Philippika über ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten
Frau Frank, Theater lebt von Veränderung – hätten Sie lieber noch andere Engagements gehabt?
Nein. Ich war immer ganz glücklich hier. Als Ehefrau – mein Mann war Konzertmeister in Mannheim – und Mutter zweier Kinder gab es für mich noch ein anderes Leben. Wir hatten uns in Amerika kennengelernt und wollten keine Fernbeziehung führen. Ein paarmal gastierte ich...
Vom 30. August bis 19. September 2019 lockt wieder das in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker veranstaltete Musikfest – ein internationales Orchestertreffen, zu dem u. a. das Orchestre Révolutionnaire et Romantique, Concertgebouw Orchestra, Ensemble Modern, BBC Symphony Orchestra, London Symphony Orchestra und Orchestre Les Siècles erwartet...
Man hört es und fühlt sich sogleich erinnert. Dieser Seufzer! Unzählige Male wurde er in die Welt entsendet, so häufig und so verzweifelt, dass man irgendwann gar nicht anders konnte, als still und leise mitzuseufzen. Auf welchen Wegen aber gelangte dieses Sekundmotiv in ein Stück, das nicht «Pique Dame» heißt und aus der Feder Peter Iljitsch Tschaikowskys stammt?...
