Krimi in Tönen und Bildern
Es gibt Opernaufführungen, bei denen alles stimmt: rollengerechte Besetzung (vokal, physiognomisch), die musikalische Einstudierung und Leitung, ein treffendes Bühnenbild sowie eine Regie, die das Werk in seiner Essenz aufschließt. So gelingt es, dass eine Inszenierung zum Retter einer problematischen Oper wie «Das Wunder der Heliane» von Erich Wolfgang Korngold wird. Ein Stück, das neben «Lulu», «Mahagonny» und «Moses und Aron» prototypisch für einen Höhe- und Endpunkt der Opernentwicklung in Deutschland steht. Es folgten finstere Jahre.
Das kitschverdächtige Libretto zu Korngolds Oper, die nach der Hamburger Uraufführung 1927 auch bald als unzeitgemäß galt, hat Christof Loy 2018 in Berlin auf ein musikalisch grandios befeuertes Kammer(-krimi-)spiel reduziert, das sofort nach der Premiere zum Gespräch der oft blasiert-ignorant reagierenden Hauptstadt wurde.
Spektakulären Anteil daran hatten Chor und Orchester der Deutschen Oper unter Marc Albrechts zwischen Nüchternheit und Rausch fein sortierender Leitung. Bis zum Ende der Serie war das Haus rappelvoll, das Publikum enthusiasmiert. «Musiktheater als postdramatischer Selbsterfahrungstrip, als endlose, zeitfreie Performance, als ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 50
von Götz Thieme
Seit 1993 bittet «Opernwelt» Musikjournalisten um ihre persönliche Bilanz der jeweils vorausgegangenen Spielzeit. Im ersten Jahr kamen die Voten beinahe ausschließlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bald nahmen auch Kritiker aus Italien, Frankreich, Großbritannien, den Benelux-Ländern und den USA an unserer Umfrage teil. Seit 1998 steuern Jahr für...
Dass er den Job kann, steht außer Frage. Aber am Ende eines voltenreichen Auswahlprozesses war es eine Überraschung, dass Alexander Neef ab 2021 die Pariser Oper leiten wird – als Nachfolger Stéphane Lissners, der das hochherrschaftliche Intendantenbüro an der Place de la Bastille aus Altersgründen räumen muss. Mit dem 45-Jährigen, seit 2008 Chef der Canadian Opera...
Wo kühn Kräfte sich regen ... Vor 377 Millionen Jahren rast ein Meteorit mit 100 000 Stundenkilometern auf die Erde zu, schlägt im weiland noch auf der Südhalbkugel der Erde gelegenen heutigen Mittelschweden ein. Vier Kilometer Durchmesser hatte der Himmelsriese, der Krater, den er hinterlässt, umfasst derer 50. Siljansringen nennen die Schweden diese gigantische...
