Regisseure des Jahres
Die Kür ist für sie nicht neu. Für keinen von beiden. Sowohl Hans Neuenfels als auch Christof Loy waren bereits «Regisseur des Jahres». Letztgenannter, ein im Vergleich zum ewigen Metaphernzauberer Neuenfels mehr als zwanzig Jahre jüngerer Asket reinsten Wassers, sogar schon zweimal. Auch in der vergangenen Spielzeit sorgten beide wieder mit extrem verschiedenen Mitteln für reichlich Diskurs- und Reibungsmaterial. Energetisch, intelligent wie intelligibel fokussieren ihre Inszenierungen auf den Menschen samt seiner Abgründe, samt seiner gesellschaftlichen Verstrickungen.
Mögen auch die Verfahren, die Neuenfels und Loy anwenden, um zum (dramaturgisch genau durchdachten) bühnenwirksamen Ergebnis zu gelangen, gegensätzlicher kaum denkbar sein – eines eint ihre Künstlernaturen: Es ist der präzise, nachgerade röntgenologische Blick auf das, was – musikalisch wie szenisch – wesentlich ist für das jeweilige Stück. Während Neuenfels diesen Blick mit (häufig ironischen) Bildern zu schärfen versucht, geht Loy von der Gestalt im kahlen Raum aus, von der nackten Spannung, die zwischen den Figuren entsteht. Aufladung und Entladung hier (Neuenfels), innere Elektrizität dort (Loy). Spannend, im ...
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Dreißig Jahre gingen ins Land, bis das weiße Haus im Essener Stadtpark endlich fertig war. Sein Urheber, der finnische Architekt Alvar Aalto, hat es nicht mehr gesehen. Als Aalto 1976 starb, «lebte» der plastische Bau mit der elegant gewellten Fassade und dem sanft ansteigenden Dach lediglich auf dem Papier. Den von der Kommune ausgeschriebenen Wettbewerb für ein...
Kategoriale Kürze
Anmerkungen zu Henzes Spätwerk
Das Spätwerk eines tatsächlich betagten Komponisten ist in der Musikgeschichte eher selten anzutreffen – erinnert werden kann hier an Schütz und Telemann, Bruckner und Strauss, und in diesem Jahr auch an den hundertjährigen Elliott Carter (immer noch in großer Produktivität tätig). Unbedingt ist in dieser Reihe auch...
