Aus freien Stücken
Aufeinander hören
Henja Semmler (Violine)
Ich war schon sehr früh im Gustav-Mahler-Jugendorchester und bin in die Gründergeneration des Gustav-Mahler-Chamber-Orchestra reingerutscht, obwohl ich damals eigentlich zu jung war. Ich habe mich sehr gefreut, dass wir auf professioneller Ebene und ohne Altersbeschränkung miteinander Musik machen konnten. Wir sind eher ein größeres, flexibles Kammerorchester, das einmal im Jahr für das Lucerne Festival aufgestockt wird zum großen Symphonieorchester.
Schon die Tatsache, dass es bei uns keine «Orchesterdienste» gibt und wir uns die Projekte aussuchen können, macht einen gewissen Unterschied zu «normalen» Orchestern aus. Es ist uns sehr wichtig, den Enthusiasmus eines Jugendorchesters beizubehalten, gleichzeitig hoffen wir natürlich, dass wir doch an Professionalität hinzugewonnen haben. Es sind noch sehr viele Mitglieder aus der Gründungsphase dabei, und es ist uns wichtig, die Anfänge in Erinnerung zu behalten. Claudio Abbado war uns immer sehr verbunden. Er hat uns bei der Gründung geholfen, hat viele Projekte mit uns gemacht und ist unser Mentor. Nach wie vor sind wir eines der wenigen Orchester, mit denen er regelmäßig arbeitet. Darüber ...
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Dem heißblütigen Operndarsteller passt sogar die Bach-Arie wie angegossen, das «Großer Herr, o starker König» scheint eigens für Michael Volle und seine agile Baritonstimme komponiert worden zu sein. Er singt das kämpferische Stück triumphal, aber nie platt auftrumpfend, koloraturensicher, außen-innen-balanciert im Dezember 2007 als Zugabe in der Philharmonie in...
Beschaut man das (Kunst)Werk und weiß um die Umstände seiner Entstehung, fühlt man sich unweigerlich an jenen berühmten Satz von Albert Camus erinnert, der das Wesen des Existenzialismus in exemplarischer Form idiomatisierte: «Man muss sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen», so endet Camus’ maßstabsetzendes Buch «Der Mythos von Sisyphos». Im...
Die deutsche Frage ist auch nach dem Ende des Kalten Krieges ein beliebtes Thema geblieben. Während sie politisch seit der Vereinigung der beiden deutschen Staaten kaum noch eine Rolle spielt, taucht sie in den ästhetischen Debatten der Kulturnation umso öfter auf. Zumal, wenn es im Land Bachs, Beethovens und Brahms’ um die Musik geht. «Von deutscher Seele» – so...
