Reflektiert intuitiv

Der Tenor Matthias Klink über Form und Ausdruck, Glück und Ärger mit Regisseuren sowie die Scheu vor Mikrofonen

Opernwelt - Logo

Herr Klink, Sie singen nun seit mehr als zwanzig Jahren Oper. Was ist Ihnen heute besonders wichtig, wenn Sie auf die Bühne treten?
Eine direkte Verbindung zwischen Sprache und Stimme. Danach suche ich, in jeder Vorstellung aufs Neue. Gesang ist ja eigentlich etwas Gemachtes, Künstliches. Ich will diese Künstlichkeit überwinden. Das treibt mich an. Eine Partie sitzt für mich erst dann wirklich gut, wenn man keine Anstrengung spürt.

Natürlicher Ausdruck ...
... genau darum geht es mir. Und dazu gehört weit mehr als Technik.

Ich komme diesem Ziel am nächsten, wenn alle Parameter einer Produktion stimmen. Die Stuttgarter «Salome»-Inszenierung von Kirill Serebrennikov zum Beispiel war für mich eine solche Produktion. Intensive Gespräche, konzentriertes Probieren, eine aus Alltagserfahrungen gespeiste Deutung, die das Stück ohne jede Exotik in unserer Zeit verankert – das war eine unglaublich schöne Erfahrung. Man erzählt dann wie von selbst, geht in der Rolle, in der Handlung auf. Text, Töne, Körper, Bewegung, Licht, Raum – alles wird Ausdruck.

Sie haben in der jüngsten Stuttgarter Strauss-Premiere als Herodes debütiert. Wann hatten Sie die Partie zum ersten Mal auf dem ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Interview, Seite 32
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
Weitere Beiträge
Liebesflöte, Wangenröte

In einem Interview mit dem Berliner «Tagesspiegel» hat Barrie Kosky bereits 2013, kurz nach seinem Amtsantritt als Intendant der Komischen Oper, den Dreisatz verraten, mit dem er die in Deutschland so schlecht beleumundete Operette zu neuem Leben erwecken will: «Du musst den Stil lieben, du musst die Stücke mit Stars besetzen, und du musst dich darauf ...

Auf Abstand

Der Winter zieht hier nicht als Bedrohung ein. Groß sind die «Flocken», die aus schwarzen, aufgerissenen Säcken quellen, rund, weiß und leicht. Ein Bällebad, in dem man untergehen, wieder auftauchen und sich treiben lassen kann. Es ist ein poetisches Spiel mit Chiffren und Symbolen, das Regisseur Torsten Fischer da treibt, mehr Shakespeare als Schenkelklopfer....

Funkstille

Tschaikowsky selbst vergoss nach eigenem Bekenntnis Tränen, als er Puschkins unglücklich liebende Spielernatur Hermann in den sicheren Untergang begleitete, und seine Erschütterung spiegelt sich in der Musik, die sich durchgehend in einem Bereich zwischen Herzflimmern und Herzrasen bewegt. Da kündigt sich schon der Komponist der «Pathétique» an. Im Ulmer...