Kirche und Bühne
Es ist noch nicht lange her, dass Pergolesis «Stabat mater» wie selbstverständlich zum Repertoire von Opernstars wie Mirella Freni oder Teresa Berganza gehörte und von diesen in jenem Stil gesungen wurde, den sie auch auf der Bühne pflegten. Wie eine Vielzahl von Aufnahmen belegt, ist das Werk mittlerweile zur Domäne von Sängerinnen und Sängern geworden, die sich der Historischen Aufführungspraxis verpflichtet fühlen.
Die jüngste Einspielung mit der auf den Bühnen der Welt als Mimì, Violetta und jüngst auch als Norma und Desdemona umjubelten bulgarischen Sopranistin Sonya Yoncheva und der im sogenannten Belcanto-Repertoire versierten französischen Mezzosopranistin Karine Deshayes scheint dieser Tendenz zu widersprechen. Für die Sopranistin war die Begegnung mit der Musik Pergolesis anlässlich eines im Juni 2016 live mitgeschnittenen Konzerts im Pariser Théâtre des Champs-Élysées aber im Grunde eine Rückkehr zu den Anfängen ihrer Karriere, die von einer intensiven Zusammenarbeit mit William Christie geprägt war. Obwohl die Stimme gereift ist, singt Sonya Yoncheva mit jener detailgenauen Präzision, wie sie für die herausragenden Protagonisten der Alten Musik ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Lugo di Romagna – 32 000 Einwohner, zwischen Bologna und Ravenna gelegen – besitzt seit 1761 ein Juwel der italienischen Opernkultur: das kleine Teatro Rossini (450 Plätze). Eine gefühlte Ewigkeit lang ruhte der Betrieb, erst vor drei Jahrzehnten wurde es nach einer denkmalgerechten Sanierung wiedereröffnet: als Sitz des Lugo Opera Festivals. Gezeigt wurden...
Norbert Abels, Chefdramaturg der Oper Frankfurt und Professor an der Folkwang Hochschule Essen, ist einer der klügsten, umtriebigsten Dramaturgen der Republik und als Essayist gewiss der produktivste und inspirierendste. 2009 hat er unter dem hintersinnigen Titel «Ohrentheater» im Frankfurter Axel Dielmann-Verlag eine 800-Seiten-Sammlung seiner (zuvor meist in...
Wenn das so weitergeht, ist irgendwann keine Kuhweide mehr da. Erl expandiert munter: Im fünften Jahr schon lockt der futuristische Flunder-Musentempel neben dem Passionsspielhaus zum Winterfestival. In unmittelbarer Nähe steht das Parkhaus, aus dem es nachts so schön orange leuchtet und auf das sich Mäzen Hans Peter Haselsteiner Wohnungen setzen ließ. Und...
