Kirche und Bühne

Pergolesis «Stabat mater» und «Adriano in Siria», geistliche Musik von Leonardo Leo

Opernwelt - Logo

Es ist noch nicht lange her, dass Pergolesis «Stabat mater» wie selbstverständlich zum Repertoire von Opernstars wie Mirella Freni oder Teresa Berganza gehörte und von diesen in jenem Stil gesungen wurde, den sie auch auf der Bühne pflegten. Wie eine Vielzahl von Aufnahmen belegt, ist das Werk mittlerweile zur Domäne von Sängerinnen und Sängern geworden, die sich der Historischen Aufführungspraxis verpflichtet fühlen.

Die jüngste Einspielung mit der auf den Bühnen der Welt als Mimì, Violetta und jüngst auch als Norma und Desdemona umjubelten bulgarischen Sopranistin Sonya Yoncheva und der im sogenannten Belcanto-Repertoire versierten französischen Mezzosopranistin Karine Deshayes scheint dieser Tendenz zu widersprechen. Für die Sopranistin war die Begegnung mit der Musik Pergolesis anlässlich eines im Juni 2016 live mitgeschnittenen Konzerts im Pariser Théâtre des Champs-Élysées aber im Grunde eine Rückkehr zu den Anfängen ihrer Karriere, die von einer intensiven Zusammenarbeit mit William Christie geprägt war. Obwohl die Stimme gereift ist, singt Sonya Yoncheva mit jener detailgenauen Präzision, wie sie für die herausragenden Protagonisten der Alten Musik  ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 18
von Thomas Seedorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Klappe zu

Hollywood. Irgendwann in den 1920ern. Ein Probedreh im Studio. «Sunset Motion Pictures» heißt die Traumfabrik, die Jürgen Flimm sich von George Tsypin hat ins Schiller Theater bauen lassen. Scheinwerfer, Schminktische, Kameras, Mikros, Best Boys, Glitzergirls – alles stilecht. Auf einer Leinwand Ozeandampfer, Straßenszenen, eine Fahrt im Cabrio, Gesichter in...

In alter Frische

Der enthusiastische Dilettant war seit je ein geheimer König im Musik- und Theaterleben des Vereinigten Königreichs. Deswegen scheint es nicht so unwahrscheinlich, dass Henry Purcells «Dido and Aeneas» zunächst als Schulaufführung präsentiert wurde, und zwar 1689 in Josias Priests Mädchenpensionat in Chelsea. Priest war freilich zugleich Ballettmeister am...

Emotionskino

Die Zauberin ist sauer. Sieht sich verhöhnt. Von der Welt, von den Menschen. Zutiefst gekränkt sind Herz und Verstand, ach was, das ganze Ich. Und exakt so klingt Alcina, wenn sie anhebt zu ihrer Arie «Ah, mio cor, schernito sei!» – von Qualen durchglüht. Sonya Yoncheva nutzt die sich bietende Gelegenheit von Beginn an: Inbrünstig seufzend, mäandert sie,...