Eher routiniert als inspiriert

Giovanni Paisiellos «Gli astrologi ­immaginari» live bei Bongiovanni

Opernwelt - Logo

Katharina die Große, die diese Buffa in Auftrag gegeben hatte, war entzückt davon und ließ sie sich immer wieder vorspielen. Von Petersburg aus, wo sie 1779 ihre Uraufführung erlebten, kamen die «Astrologi immaginari» durch halb Europa. Joseph II., auch er ein Bewunderer, brachte sie nach Wien, wo sie 1781 unter dem Titel «Die eingebildeten Philosophen» herauskamen. Hier sah sie auch Mozart, der daraufhin «6 Variationen in F über die Arie ‹Salve tu, Domine›/KV 368» schrieb. Heute fällt es schwer, diese allseitige Wertschätzung der Zeitgenossen nachzuvollziehen.

Die Oper ist zwar gekonnt gemacht, zählt aber insgesamt eher zum Durchschnitt innerhalb der Gattung.
Um Astrologie geht es im Libretto Giovanni Bertatis übrigens nicht. Die zentrale Narrenfigur des Petronio Sciatica (das italienische Wort für Ischias) ist ein spartenübergreifender Möchtegern-Wissenschaftler, dessen ältere Tochter Cassandra seinen Tick teilt, wohingegen die jüngere Clarice keine geistigen Interessen hat und lieber Kinder kriegen möchte. Allerdings nicht mit einem der Männer, die ihr Vater für sie vorgesehen hat, sondern mit Giuliano Tiburla, der nur dadurch ans Ziel kommt, dass er für Petronio einen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2006
Rubrik: CDs, Seite 61
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mozart: Don Giovanni

Don Giovanni weigert sich zu bereuen. Das treibt ihn in den Untergang. Normalerweise. Nicht so in Regensburg, wo Angela Brandt ihn als alle Grenzen überschreitenden Libertin vorstellt. Viel von seiner erotischen Ausstrahlung bleibt ­dabei auf der Strecke. Eine Bestrafung würde hier ins Leere zielen; sie findet ­daher nicht statt. Beim Schlusssextett winkt Don...

Kaiserdämmerung

Mozarts «Titus» hat Konjunktur (siehe OW 3/2006). Das hat damit zu tun, dass bei diesem Werk die Rezeption noch nicht so festgefahren ist wie bei den Da-Ponte-Opern. Das zeigte sich auch in der Münsteraner Inszenierung von Wolfgang Quetes. Bei ihm spielt die Kaiserdämmerung, zu der Mozart und sein librettistischer Mitarbeiter Mazzolà die Textvorlage von Metastasios...

Editorial

Die von der Dienstleistungsgewerkschaft ve.rdi im Zuge der Auseinandersetzungen um die 40-Stunden-Woche und das 13. Monatsgehalt initiierten Streikmaßnahmen haben nicht nur öffentliche Versorgungsbetriebe wie Krankenhäuser oder die Müllabfuhr getroffen, sondern auch zahlreiche ­Theater. Von Hamburg bis Freiburg legten nach Angaben des Deutschen Bühnenvereins an...