Rares nach Shakespeare
Dieser Tage jährte sich zum 400. Male der Todestag des Dichters aus Warwickshire, der England als Kulturnation so recht auf die Landkarte setzte. Gern wird ja angezweifelt, dass es tatsächlich dieser Handschuhmachersohn mit Namen William Shakespeare war und nicht eine der fiktiven Figuren, die im von Literaturdetektiven im Laufe der Zeit als Alternativautoren vorgeschlagen wurden. Ist das Werk des Barden doch so vielschichtig, dass man tatsächlich an mehrere Schöpfer denken könnte. Eine der vielen Schattierungen dieses Œuvres sind die wunderbaren Sonette.
Sie tragen zwar Musik bereits in sich, doch konnten sich zahlreiche Komponisten der Versuchung einer weiteren Vertonung nicht entziehen.
Auf dem Titelblatt des Booklets seines Recitals stylt der polnische Bariton Krzysztof Bobrzecki sich nach dem berühmten Vorbild, blickt dem Fotografen mit dem gleichen wachen, ein wenig skeptischen Blick entgegen wie Shakespeare (wenn er’s denn ist) im berühmten «Cobbe-Porträt». Bobrzecki und Anna Mikolon, seine kongeniale Begleiterin am Klavier, haben sich weithin unbekannte Shakespeare-Lieder der Briten Roger Quilter (1877-1953) und Gerald Finzi (1901-1956) vorgenommen sowie die vergleichsweise ...
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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Gerhard Persché
In «Die Dämonen» berichtet Heimito von Doderer von einer Person, in der «Meuterei ausgebrochen» sei, «ein Rückzug von all dem Leben und Gewimmel rund um sie, das so vielfach an ihren zahlreichen Traurigkeiten und Niedergeschlagenheiten kalt vorbeigebraust war». Von Franz Schubert ist an dieser Stelle nicht die Rede, doch könnte man dies durchaus auf ihn beziehen;...
Herr Ott, Sie lassen alles machen: Volksmusik, Installationen, eine rätoromanische Lesung, Literaturopern und Projekte, die a priori zu beschreiben schwerfällt.
So kann man es zusammenfassen. Diese Vielfalt ist nicht Zufall, sie ist Absicht.
Unter Ihren Vorgängern Hans Werner Henze und Peter Ruzicka vertrat die Biennale einen Werkbegriff, suchte nach neuen,...
Nach der Pause – Gustavo Dudamel war gerade, den Lockenkopf demütig geneigt, mit einigen Bravos geduscht worden und suchte den Stab zum dritten Akt zu heben – sandte ein Zuschauer aus dem Rang eine giftgrün-wienerische Sprechblase in den Raum: «Nimm a Partitur, dann klingt’s vielleicht besser ...» Was hatte den Zwischenrufer so erbost? Dass der Venezolaner, der ja...
