Unheilvoll verschränkt

Donizetti: Maria Stuarda Bremen / Theater am Goetheplatz

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In Bremen müsste Donizettis lyrische Tragödie «Maria Stuarda» eigentlich «Elisabetta» heißen: Anna-Sophie Mahlers Inszenierung zeichnet ein faszinierendes Psychogramm der als «jungfräuliche Königin» in die Geschichte eingegangenen englischen Monarchin. Sie zeigt sich als im politischen Alltag hart gewordene Frau, die immer wieder mit den in ihr aufbrechenden Gefühlen – Liebe, Mitleid, Hass – kämpft und trotz allem die Fähigkeit zur Empathie nicht verloren hat.

Dabei residiert sie in einem diagonal zur Rampe aufgestellten, bunkerartigen Kellerraum, ­irgendwo im historischen Niemandsland angesiedelt. Grau, mit niedrig lastender Decke und zwei Jalousettenfenstern, von denen eines hin und wieder den Blick auf das Verlies der Stuart freigibt. Ein freudloses Zentrum der Macht.

In diesem von Duri Bischoff entworfenen Einheitsbühnenbild spielt sich die gesamte Handlung ab, von der Regisseurin in ständiger Steigerung mit feinsinnig deutenden Akzenten versehen. Aus der berühmten, mit ungeheurer Binnenspannung erfüllten Auseinandersetzung zwischen den Königinnen macht sie ein Psycho-Drama ersten Ranges, an dessen Ende Elisabetta mit heruntergerissener Perücke als Verliererin auf dem ...

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Opernwelt Juni 2016
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Gerhart Asche

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