Rätselhaft klar
Festen Boden hat hier niemand unter den gründerzeitlich beschuhten Füßen. Weder die offenbar halluzinierende, taubenblau hochgeschürzte Frau, um die sich alles dreht. Noch die nachtschwarz gestrenge, am Stock gehende Gouvernante in ihrem Schlepptau. Ganz zu schweigen von jenem befrackten hohen Herrn, der sich auf den schrägen Planken mit verführerischer, meist stummer Gewalt taubenblaue Mädchen gefügig macht, bevor ihn der Zorn seiner Untertanen dahinrafft – einer uniformen Menge, die allerdings eher wie stehkragenbewehrtes Wutbürgertum denn wie rustikales Landvolk aussieht.
Schwankende Gestalten sind sie alle auf der portalbreit gekippten Scheibe, die da im leeren Guckkasten der Oper Graz rotiert.
Es ist ein in seiner scheinbar simplen Klarheit großartiges Raumbild (Katrin Lea Tag) für ein Stück, das schwer zu fassen ist. Schon wegen der dunklen Wortmusik, in die Maurice Maeterlinck die Geschichte von «Ariane et Barbe-Bleue» gegossen hat, eher mysteriöser Bewusstseinsstrom als pralle Handlung. Aber auch, weil Paul Dukas’ eigensinnige Partitur in einer Art Zwischenwelt zu schwingen scheint, an Wagner und Strauss wie an Debussy, nicht zuletzt am klassischen Formenkanon geschult, ...
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Opernwelt April 2018
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Albrecht Thiemann
Ist es nur mit dem Fluktuieren von Moden zu erklären, dass Giacomo Meyerbeer in den letzten Jahren nicht nur mit seinen Hauptwerken auf die Bühne zurückgekehrt ist? Mag die Frage, ob des Komponisten theatralisches savoir faire volle Entsprechung in den musikalischen Qualitäten findet, noch nicht ausdiskutiert sein, so kann es an der Aktualität seiner vielleicht...
Wie es fassen? Wie es genau definieren? «Alles klingt natürlich, es ist Kunst und es ist Natur», müht sich Nikolaus Harnoncourt um eine Einkreisung. «Der Komponist malt und seine Klänge bewegen sich.» Und das Spielen? «Wir machen es alles so, als gäbe es nichts als lebende, überraschende Musik.» Ende der 1960er-Jahre ist das passiert, bei «L’Orfeo». Und wer diese...
Ägypten
Kairo
Cairo Opera
Tel. +20-2-736 73 14
info@cairoopera.org
www.cairoopera.org
– Turandot: 17., 18., 19., 20.
Albanien
Tirana
National Theatre of Opera and Ballet
Tel: +355 4 222 4753
biletaria.tkob@tkob.gov.al
www.tkob.gov.al
– Die Fledermaus: 1., 2.
Argentinien
Buenos Aires
Teatro Colón
Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Scarlatti, Il trionfo dell’onore:...
