Rätselhaft klar

Dukas: Ariane et Barbe-Bleue
Graz | Oper

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Festen Boden hat hier niemand unter den gründerzeitlich beschuhten Füßen. Weder die offenbar halluzinierende, taubenblau hochgeschürzte Frau, um die sich alles dreht. Noch die nachtschwarz gestrenge, am Stock gehende Gouvernante in ihrem Schlepptau. Ganz zu schweigen von jenem befrackten hohen Herrn, der sich auf den schrägen Planken mit verführerischer, meist stummer Gewalt taubenblaue Mädchen gefügig macht, bevor ihn der Zorn seiner Untertanen dahinrafft – einer uniformen Menge, die allerdings eher wie stehkragenbewehrtes Wutbürgertum denn wie rustikales Landvolk aussieht.

Schwankende Gestalten sind sie alle auf der portalbreit gekippten Scheibe, die da im leeren Guckkasten der Oper Graz rotiert.

Es ist ein in seiner scheinbar simplen Klarheit großartiges Raumbild (Katrin Lea Tag) für ein Stück, das schwer zu fassen ist. Schon wegen der dunklen Wortmusik, in die Maurice Maeterlinck die Geschichte von «Ariane et Barbe-Bleue» gegossen hat, eher mysteriöser Bewusstseinsstrom als pralle Handlung. Aber auch, weil Paul Dukas’ eigensinnige Partitur in einer Art Zwischenwelt zu schwingen scheint, an Wagner und Strauss wie an Debussy, nicht zuletzt am klassischen Formenkanon geschult, ...

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Opernwelt April 2018
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Albrecht Thiemann

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