«Le timbre d'argent». Foto: Pierre Grosbois
Quo vadis?
«Le timbre d’argent», das ist eine kleine silberne Tischglocke – die in Camille Saint-Saëns’ gleichnamiger Oper fatale Wirkungen entfaltet. Wann immer der Maler Conrad sie bedient, findet er prompt Geld in Hülle und Fülle, bringt aber damit zugleich einen ihm nahestehenden Menschen um. Das Geld benötigt er für die schöne Tänzerin Fiammetta, über die er seine bürgerliche Verlobte Hélène vergisst. Doch Fiammetta ist letztlich nur ein Trugbild des dämonischen Doktors Spiridion, von dem auch die letale Glocke stammt.
Ausgegraben hat das 1865 komponierte, danach von Saint-Saëns noch bis ins Jahr 1913 (!) mehrfach umgearbeitete Werk der Palazzetto Bru Zane für sein mehrtägiges Festival im Juni in Paris, wo man es an der frisch renovierten Opéra Comique sogar szenisch sehen konnte. Doch selbst wenn man die banale, ästhetisch flickschusternde Regie von Guillaume Vincent abzog: Den Eindruck, dass man es hier mit einem vergessenen Meisterwerk zu tun hat, erweckte das Stück kaum.
Seit die Stiftung Palazzetto Bru Zane 2009 von Venedig aus ihre Arbeit aufnahm, hat sich die Kenntnis der französischen Musik der Romantik im Rest Europas deutlich erweitert. Das ist umso begrüßenswerter, als ...
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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 48
von Michael Stallknecht
In wenigen Wochen sollen die Proben beginnen. Doch ob Kirill Serebrennikov nach Stuttgart reisen kann, um dort, nach zweijähriger Vorbereitung, seine Fassung der erzdeutschen Märchenoper «Hänsel und Gretel» zu inszenieren, ist Mitte August, bei Redaktionsschluss dieses Heftes, völlig offen. Im Mai wurde nach Betrugsvorwürfen gegen das von Serebrennikov seit 2012...
Frau Rebeka, Sie haben unter anderem in Pesaro studiert. Kommt man damit automatisch zu Rossini?
Nein. Ursprünglich wollte ich niemals Rossini singen. So viele Noten! So komplizierte Verzierungen! Rossini ist trotzdem ein Schicksalskomponist für mich. Meine erste Bühnenerfahrung war in Parma ein «Barbiere di Siviglia» für Kinder. Ich wusste, dass die Accademia in...
Sie kochen auch nur mit Wasser, die exklusiven königlichen Schweden, und da sie nichts anderes vorgeben, wird es so schon seine Richtigkeit haben. Sie haben aber auch insofern leichtes Spiel, als ihnen zwei veritable Stars zur Verfügung stehen. Zum einen das historische Schlosstheater Drottningholm, ein verführerisches Juwel mit mozart-zeitlicher Atmosphäre, zum...
