«Le timbre d'argent». Foto: Pierre Grosbois

Quo vadis?

Der Palazzetto Bru Zane hat die Kenntnis französischer Musik der Romantik enorm erweitert. Doch nicht jedes geborgene Werk erweist sich als bühnentauglich. Anmerkungen zum jüngsten Festival der Stiftung in Paris

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«Le timbre d’argent», das ist eine kleine silberne Tischglocke – die in Camille Saint-Saëns’ gleichnamiger Oper fatale Wirkungen entfaltet. Wann immer der Maler Conrad sie bedient, findet er prompt Geld in Hülle und Fülle, bringt aber damit zugleich einen ihm nahestehenden Menschen um. Das Geld benötigt er für die schöne Tänzerin Fiammetta, über die er seine bürgerliche Verlobte Hélène vergisst. Doch Fiammetta ist letztlich nur ein Trugbild des dämonischen Doktors Spiridion, von dem auch die letale Glocke stammt.

Ausgegraben hat das 1865 komponierte, danach von Saint-Saëns noch bis ins Jahr 1913 (!) mehrfach umgearbeitete Werk der Palazzetto Bru Zane für sein mehrtägiges Festival im Juni in Paris, wo man es an der frisch renovierten Opéra Comique sogar szenisch sehen konnte. Doch selbst wenn man die banale, ästhetisch flickschusternde Regie von Guillaume Vincent abzog: Den Eindruck, dass man es hier mit einem vergessenen Meisterwerk zu tun hat, erweckte das Stück kaum.

Seit die Stiftung Palazzetto Bru Zane 2009 von Venedig aus ihre Arbeit aufnahm, hat sich die Kenntnis der französischen Musik der Romantik im Rest Europas deutlich erweitert. Das ist umso begrüßenswerter, als ...

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Opernwelt September/Oktober 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 48
von Michael Stallknecht

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