Quereinsteiger

Vom Schützling Bergonzis zum Stammgast an der Met – Nachruf auf Salvatore Licitra

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Zwei Jahre ist es her, dass Salvatore Licitra in einem Gespräch mit der Berliner «B.Z.» auf seine Leidenschaft für Motorräder angesprochen und gefragt wurde, ob er keine Angst vor einem Unfall habe. «Schon, aber was passieren soll», erwiderte er, «passiert. Ich genieße mein Leben.» Am 27. August erlitt er in der Nähe von Ragusa während einer Fahrt mit einem Motorroller einen Gehirnschlag und fuhr gegen eine Mauer. Er trug keinen Helm. Am 5. September erlag er seinen schweren Verletzungen.

Häuser wie die Mailänder Scala und die Metropolitan Opera verloren mit Licitra, nach den Worten von Peter Gelb, «eines der größten Tenor-Naturtalente seiner Generation».

Ein doppeldeutiges Lob. Mit ihm wird der Tadel, dass Licitra nicht zu den feinsten Stilisten zählte, höflich ausgespart. Der aus Bern gebürtige Italiener (10. August 1968) arbeitete zunächst als Grafiker, bevor er in Parma mit dem Gesangsstudium begann. Es dauerte mehr als sechs Jahre, bis er merkte, dass seine Lehrerin im Begriff war, seine Stimme zu ruinieren. Er wechselte an die Akademie von Carlo Bergonzi in Busseto. Die Unterrichtsstunden bezahlte er mit den Gagen, die er für kleine Rollen, die Bergonzi vermittelte, erhielt. ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Magazin, Seite 72
von Jürgen Kesting

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