Gefühlte Klangbilder

Robert Schumanns «Manfred» als Mediengesamtkunstwerk in der Düsseldorfer Tonhalle

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Könnte von Eichendorff sein: Ein Graf lebt in einem einsamen Schloss und ist mit der Geisterwelt im Bunde. Doch dann schlägt Byron durch: Manfred leidet selbstmordtrunken schreckliche innere Qualen, hervorgerufen durch die heftige Liebe zu seiner Schwester Astarte. Vergebung ist unerreichbar, Tod sein einziges Verlangen – Erlösung, Notwendigkeit und Konsequenz in einem.



In den Jahren 1816 und 1817 hat Lord Byron diesen Stoff in ein «Dramatisches Poem» gegossen und damit ein Musterbeispiel für jene Facetten der Romantik geliefert, die literarisch Mary Shelley und Edgar Allan Poe, musikalisch Robert Schumann, Friedrich Nietzsche und Peter Tschaikowsky inspirieren sollten. Schumann insbesondere dürfte sich mit der faustischen Einsamkeit des Manfred identifiziert haben. Schon als Kind war ihm Byron vertraut – sein Vater August Schumann hatte in der Reihe «Taschenbibliothek der ausländischen Classiker in neuen Verdeutschungen» die ersten deutschsprachigen Byron-Texte verlegt. Doch erst 1848 sollte Schumann das «Manfred»-Fieber produktiv nutzen: Er komponierte ein «Dramatisches Gedicht in drei Abteilungen mit Musik». Die Uraufführung leitete Franz Liszt 1852 in Weimar.

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | DVDs, Seite 31
von Christoph Vratz

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