Prosperos Enkel

Er inszeniert vorwiegend an sogenannten kleineren und mittleren Häusern. Dabei ist der Regisseur Lorenzo Fioroni einer der ganz Großen der Zunft. Seine Inszenierungen von Pascal Dusapins «Macbeth Underworld» in Saarbrücken und Jean-Philippe Rameaus «Hippolyte et Aricie» in Mannheim sind untrüglicher wie fantasieerfüllter Beweis

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Kein schöner Ort. Müsste mal dringend aufgeräumt, geputzt oder zumindest gestaubsaugt werden. Ist nur leider niemand da, der das tun würde. Herakles, der könnte das vielleicht. Doch dieser Stall ist schlimmer als der des Augias: dreckiger. Gleich der gesamte Geschichtsmüll hat sich auf Paul Zollers surreal-imaginativer Bühne angesammelt oder hängt in den Ritzen des Gitters, das schräg oben in der Luft baumelt, unweit eines wartenden Galgenstricks. Und auch die Menschen, die durch das Halbdunkel tappen, sehen nicht unbedingt so aus, als hätten sie die besten Absichten.

Allen voran dieser schmierige Höllenpförtner, der das Oberkommando in der Unterwelt übernommen hat. Ein draller crazy guy in Frauenkleidern, der immer wieder in irres Gelächter ausbricht und sich einen Mordsspaß daraus macht, andere zu quälen. Insbesondere auf dieses seltsame Paar, das durch ein Abflussrohr angespült worden ist, hat er es abgesehen: Lady Macbeth, das Biest, und ihr Gatte, der königliche Königsmörder Macbeth. Aber die sind auch nur noch ein Schatten von früher.

Den Gang in die Vorhölle hat ihnen Pascal Dusapin verordnet: Sein Musiktheater «Macbeth Underworld», 2019 in Brüssel aus der Taufe gehoben und ...

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Opernwelt Juni 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Jürgen Otten

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