Prinzip Hoffnung

Jost: Voyage vers l’Espoir GENF | GRAND THÉÂTRE

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Die neue Oper «Voyage vers l’Espoir» von Christian Jost widmet sich dem komplexen Thema Migration. Die Uraufführung des nun am Grand Théâtre du Génève aus der Taufe gehobenen Stücks war eigentlich schon für 2020 geplant, musste aber pandemiebedingt verschoben werden. Das Libretto von Káta Weber basiert auf dem gleichnamigen Film «Reise der Hoffnung» (1990) von Xavier Koller.

Im Zentrum dieses erschütternden Flüchtlingsdramas steht eine kurdische Familie, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihr kärgliches Dasein hinter sich lässt und versucht, ins gelobte Land der Schweiz zu gelangen. Die Geschichte lässt individuelle Leidenserfahrung und allgemeine Problematik von Massenzuwanderung ohne Lösungsrezept aufeinanderprallen. 

Wie der Schweizer Filmregisseur Xavier Koller, dessen «Voyage» 1991 einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt, gibt auch Jost in seiner zehnten Oper keine Antwort auf Fragen, die sich stellen, wenn bürokratische Strukturen mit Impulsen von Menschlichkeit kollidieren. Das Auftragswerk des Genfer Grand Théâtre möchte für Leid sensibilisieren, aber keine politische Botschaft verkünden. Die Eheleute Haydar und Meryem brechen mit ihrem ...

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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Werner M. Grimmel

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