Prinzip Hoffnung
Die neue Oper «Voyage vers l’Espoir» von Christian Jost widmet sich dem komplexen Thema Migration. Die Uraufführung des nun am Grand Théâtre du Génève aus der Taufe gehobenen Stücks war eigentlich schon für 2020 geplant, musste aber pandemiebedingt verschoben werden. Das Libretto von Káta Weber basiert auf dem gleichnamigen Film «Reise der Hoffnung» (1990) von Xavier Koller.
Im Zentrum dieses erschütternden Flüchtlingsdramas steht eine kurdische Familie, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihr kärgliches Dasein hinter sich lässt und versucht, ins gelobte Land der Schweiz zu gelangen. Die Geschichte lässt individuelle Leidenserfahrung und allgemeine Problematik von Massenzuwanderung ohne Lösungsrezept aufeinanderprallen.
Wie der Schweizer Filmregisseur Xavier Koller, dessen «Voyage» 1991 einen Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhielt, gibt auch Jost in seiner zehnten Oper keine Antwort auf Fragen, die sich stellen, wenn bürokratische Strukturen mit Impulsen von Menschlichkeit kollidieren. Das Auftragswerk des Genfer Grand Théâtre möchte für Leid sensibilisieren, aber keine politische Botschaft verkünden. Die Eheleute Haydar und Meryem brechen mit ihrem ...
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Opernwelt Mai 2023
Rubrik: Panorama, Seite 59
von Werner M. Grimmel
Braunschweig war einstmals eine musikalisch äußerst bedeutende Stadt. Ende des 17. Jahrhunderts hatte der kunstsinnige Herzog zu Braunschweig und Lüneburg Anton Ulrich (1633–1714) das Opernhaus am Hagenmarkt eröffnen lassen – und bald trieben sich illustre Persönlichkeiten wie der Hofdichter und Librettist Friedrich Christian Bressand (ca. 1670– 1699) sowie der vor...
Katerina Ismailowa ist Täterin und Opfer zugleich, Mörderin wie Beute eines liebund mitleidlosen Systems vulgärkapitalistischer Machos. Das rüde Sein bestimmt das brutale Bewusstsein. Zur Revolutionärin aber taugt Katerina nicht. Pure Langeweile treibt sie an, sich über die Leiche des herrschsüchtig-geilen Schwiegervaters hinweg das Minimum an Zuwendung zu...
Arabella» gibt es immer mal wieder in Auszügen, beispielsweise vor etwa zwölf Jahren in Berlin, als man die hiesigen Philharmoniker mit der Strauss’-Hofmannsthal’schen Arbeit – 1933 in Dresden uraufgeführt wie auch die Nachbarwerke «Die ägyptische Helena» (1928) und «Die schweigsame Frau» (1935) – genießen konnte, zudem mit einer luxuriösen Besetzung: Renée...
