Prinzip Hoffnung

Am Umgang mit den Ressourcen werdet ihr sie erkennen: Der erste «Ring» in Göteborg startet als ökologisch und ökonomisch nachhaltiges Gemeinschaftsprojekt

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Am Anfang war der Kuss. Innig umschlungen stehen eine Frau und ein Mann in der Bühnenmitte, liebkosen sich mit der Zärtlichkeit des ersten Mals und wollen selbst dann nicht voneinander lassen, als das aus dem Raunen der Kontrabässe sich entwickelnde, initiale Es-Dur anschwillt zum Wagner’schen Klangstrom, der vom Werden der Welt kündet. «Weia! Waga! Woge du Welle» intonieren die Rheintöchter die ersten Worte der Tetralogie.

Das junge Paar presst weiterhin die Lippen aufeinander, hat nur Augen für sich, auch dann noch, als mit dem Auftritt Alberichs der unschuldige Urzustand des Menschseins in Gefahr und aus dem Lot gerät.

Doch zunächst zeigt Stephen Langridge uns mit diesem wunderbar einfachen Bild, das die erste vollständige «Ring»-Inszenierung in Göteborgs Opernhaus eröffnet, dass man Archetypen sehr wohl ganz konkret lesen darf. Zwar ist die «Edda» hier im Norden durchaus eine vertraute Geschichte, doch die Menschen der Stadt am Kattegat sind «Ring»-Novizen. Also erzählt der regieführende Intendant (und designierte Direktor des Glyndebourne Festivals) den Plot so deutlich, direkt und anti-illusionistisch, wie Evan Rogister im Graben dirigiert: dezidiert unmystisch, rhetorisch ...

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Opernwelt Januar 2019
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Peter Krause

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