Prima la parola
Um Carl Orff ist es still geworden – mit Ausnahme des Welterfolgs der «Carmina Burana», und der findet nicht auf dem Theater statt. Blättert man die aktuellen Spielpläne der deutschsprachigen Opernhäuser im Jahrbuch «Oper 2011» dieser Zeitschrift durch, so ist das Ergebnis weitgehend Fehlanzeige. Mit Ausnahme Darmstadts, wo John Dew seit Jahren Orff spielt und inszeniert. Dort fanden 2006/07 auch die beiden Produktionen von «Antigonae» und «Oedipus der Tyrann» statt (siehe OW 1/2007), die jetzt als DVD erschienen sind.
Orff hat die beiden Dramen des griechischen Tragikers Sophokles in der exzentrischen Übersetzung Hölderlins vertont und dabei das dichterische Wort ohne Kürzungen oder Eingriffe in den Text mit einer Radikalität ins Zentrum gestellt, die in den 1950er-Jahren von seinen Anhängern als Wiedergeburt der antiken Tragödie aus dem Geist des modernen Musiktheaters gefeiert wurde. Er bedient sich dabei einer affektiv gesteigerten Deklamation, die über zahllose, in der Partitur aufs Genaueste notierte Abstufungen vom rhythmisch skandierten Sprechen bis zum expressiven melismatischen Ausbruch reicht. Das begleitende Orchester, in das der Film hin und wieder einen Blick wirft, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 32
von Uwe Schweikert
52. Jahrgang Nr. 12
Opernwelt wird herausgegeben
vom Friedrich Berlin Verlag
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752235
Redaktion Opernwelt
Knesebeckstraße 59-61 | 10719 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 0
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
www.kultiversum.de/Opernwelt
Redaktionsschluss dieser Ausgabe war
der 10.11.2011
Redaktion:
Stephan Mösch
Albrecht...
Ausgerechnet die Uckermark, das denkt er sich heute belustigt. Ein Exil, durch das Hans-Jürgen von Bose auf Jahre hin zur Randexistenz verdammt war. Die Kontakte schliefen ein, die Kompositionsaufträge versickerten. Gut, da war die Pension der Münchner Musikhochschule für ihren Ex-Professor. Aber kann das einen Hochkreativen befriedigen? Hans-Jürgen von Bose...
Wer sich so nach dem Tod sehnt wie Tristan kann in dieser Welt immer nur ein Unbehauster, Heimatloser bleiben. Gefangen in einer Zwischenwelt, einem Umzug, der nicht enden will. Als solchen Umzug inszeniert Regisseurin Yona Kim, 2011 für den Deutschen Theaterpreis «Der Faust» nominiert, Wagners Oper in Braunschweig: Plastikplanen hängen von der Decke, überall...
