Prima la parola
Um Carl Orff ist es still geworden – mit Ausnahme des Welterfolgs der «Carmina Burana», und der findet nicht auf dem Theater statt. Blättert man die aktuellen Spielpläne der deutschsprachigen Opernhäuser im Jahrbuch «Oper 2011» dieser Zeitschrift durch, so ist das Ergebnis weitgehend Fehlanzeige. Mit Ausnahme Darmstadts, wo John Dew seit Jahren Orff spielt und inszeniert. Dort fanden 2006/07 auch die beiden Produktionen von «Antigonae» und «Oedipus der Tyrann» statt (siehe OW 1/2007), die jetzt als DVD erschienen sind.
Orff hat die beiden Dramen des griechischen Tragikers Sophokles in der exzentrischen Übersetzung Hölderlins vertont und dabei das dichterische Wort ohne Kürzungen oder Eingriffe in den Text mit einer Radikalität ins Zentrum gestellt, die in den 1950er-Jahren von seinen Anhängern als Wiedergeburt der antiken Tragödie aus dem Geist des modernen Musiktheaters gefeiert wurde. Er bedient sich dabei einer affektiv gesteigerten Deklamation, die über zahllose, in der Partitur aufs Genaueste notierte Abstufungen vom rhythmisch skandierten Sprechen bis zum expressiven melismatischen Ausbruch reicht. Das begleitende Orchester, in das der Film hin und wieder einen Blick wirft, ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 32
von Uwe Schweikert
Liebe Gloria Davy, Mitte der 50er-Jahre gastierten Sie in Europa mit «Porgy and Bess». Ich habe 1955 eine der Vorstellungen im Hallenstadion von Zürich erleben können. Wie kam es zu dieser Produktion?
1955 nahte schon das Ende meiner Zeit mit «Porgy and Bess». Im Jahr zuvor hatte ich mich einem Ensemble in Cleveland (Ohio) angeschlossen. Damals ersetzte ich Leontyne...
Frau Peretyatko, Ihr Debüt-Album bei Sony hat in Deutschland gute Kritiken erhalten. Nur: Kaum einer hat Sie je live gehört.
Stimmt leider. Soll besser werden. Im Dezember werde ich in Karlsruhe im «Rigoletto» singen, in Mannheim den «Liebestrank» und «Lucia di Lammermoor» in Berlin. In München ist ein Konzert im Herkulessaal geplant. Dann wieder Berlin und Hamburg,...
Sie haben es gerade noch geschafft. Bevor die Zocker in den Banken und an den Börsen, von einer blind auf die Selbstregulierung der Märkte vertrauenden Politik begünstigt, die grüne Insel an den Rand der Staatspleite brachten. Vor gut einem Jahr hatte Irland unter dem sogenannten «EU-Rettungsschirm» Zuflucht suchen müssen – als erstes Mitglied der Europäischen...
