Prima la parola
Um Carl Orff ist es still geworden – mit Ausnahme des Welterfolgs der «Carmina Burana», und der findet nicht auf dem Theater statt. Blättert man die aktuellen Spielpläne der deutschsprachigen Opernhäuser im Jahrbuch «Oper 2011» dieser Zeitschrift durch, so ist das Ergebnis weitgehend Fehlanzeige. Mit Ausnahme Darmstadts, wo John Dew seit Jahren Orff spielt und inszeniert. Dort fanden 2006/07 auch die beiden Produktionen von «Antigonae» und «Oedipus der Tyrann» statt (siehe OW 1/2007), die jetzt als DVD erschienen sind.
Orff hat die beiden Dramen des griechischen Tragikers Sophokles in der exzentrischen Übersetzung Hölderlins vertont und dabei das dichterische Wort ohne Kürzungen oder Eingriffe in den Text mit einer Radikalität ins Zentrum gestellt, die in den 1950er-Jahren von seinen Anhängern als Wiedergeburt der antiken Tragödie aus dem Geist des modernen Musiktheaters gefeiert wurde. Er bedient sich dabei einer affektiv gesteigerten Deklamation, die über zahllose, in der Partitur aufs Genaueste notierte Abstufungen vom rhythmisch skandierten Sprechen bis zum expressiven melismatischen Ausbruch reicht. Das begleitende Orchester, in das der Film hin und wieder einen Blick wirft, ...
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Opernwelt Dezember 2011
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 32
von Uwe Schweikert
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung,
Bühnenbild u. Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
• Mozart, Le nozze di Figaro:
4. (P), 10., 17., 21., 25., 30.
(Bosch, Helle, Klaß)
• La...
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Ich ist ein anderer. Das gilt nicht erst seit der Romantik. Die Beobachtung hat schon immer zur Kunst geführt. Als Aufschrei, als Staunen, als Sehnsucht. Auch in der Musik natürlich. Und auf der Bühne. Wobei das Sängerleben einer doppelten Perspektive folgt: Wer seine Stimme gefunden hat, hat seine Identität gefunden.
Eines bedingt das andere. Und beides braucht...
