Prima la musica
Andreas Heinzmann gibt sich selbstbewusst: «Wir imitieren nicht, wir schaffen mit den vorhandenen Instrumenten die Kontraste neu!» Heinzmann ist Künstlerischer Leiter der in den ehemaligen Ritterwerken angesiedelten Pasinger Fabrik, des – sieht man vom Gastspielhaus Deutsches Theater ab – einzigen städtischen Opernbetriebs in München und des ihn beherbergenden soziokulturellen Zentrums gleichen Namens.
Die Einführung einer festen instrumentalen Besetzung vor knapp 20 Jahren war ein erster großer Schritt in der Entwicklung zu einem der interessantesten Kammeropernhäuser im deutschsprachigen Raum. Am Anfang jeder Produktion steht kein Regiekonzept, sondern die Neuinstrumentierung des jeweiligen Werks. Und so erklingen Opern, sei es Rossinis «Il turco in Italia» oder Dvořáks «Rusalka», meist mit einem Streichquintett samt Kontrabass, vier Holzbläsern und einem Horn; je nach «Vorlage» wird auch mal variiert. Diese Konstanz hat über die Jahre zu einem ausnehmend hohen instrumentalen Niveau geführt, zumal viele der Musiker regelmäßig auch in der Staatsoper und im Gärtnerplatztheater spielen.
Dass Heinzmann dem Haus seit 2006 als Musikalischer Leiter verbunden ist, sieht Frank Przybilla, ...
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Opernwelt November 2020
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Stephan Knies
Das Jahr 1875 war ein bedeutendes in der Geschichte der französischen Oper. Am 5. Januar wurde das Palais Garnier eingeweiht, bis 1989 der größte Theaterbau der Welt; knapp zwei Monate später fand die Uraufführung von Bizets «Carmen» statt. Paris erhielt einerseits eine Stätte, an der sich eine spezifisch nationale Gesangkultur tradieren ließ, andererseits belebte...
Das Gesicht ist klassisch schön, dunkel, klug, nachdenklich blickt es in einen Tischspiegel. Seit Beginn dieser Spielzeit empfängt Mary J. Blige als «Queen B.» solcherart das Publikum im Zuschauerraum der Wiener Staatsoper. Die Rhythm-and-Blues-Diva findet sich im Mittelpunkt eines fotorealistischen Tableaus der afroamerikanischen Konzeptkünstlerin Carrie Mae...
Die Bühne für «Das große Welttheater», ein musikalisches Schauspiel für Sänger, Schauspieler und Musiker nach Pedro Calderón de la Barca, in der Regie von Calixto Bieito, mit dem ich seit 2006 zusammenarbeite, zeigt, was mir viel bedeutet: die Verbindung von Raum, Bewegung und Musik. Und wie kraftvoll diese Synergie wirken kann. Der Raum nicht als statischer Ort,...
