Preziosen
Obwohl ihre sängerische Laufbahn über vier Jahrzehnte währte und sie eine Vielzahl von Aufnahmen hinterlassen hat, ist der Name der großen kanadischen Altistin Maureen Forrester (1930-2010) wohl nur noch Kennern ein Begriff. Auf der Opernbühne hat sie nur wenige (allerdings markante) Spuren hinterlassen; ihre Welt war das Konzertpodium.
Seit der Begegnung mit Bruno Walter, die Forresters Karriere den entscheidenden Anstoß gab, war – vor allem in den Aufnahmestudios – Gustav Mahler einer ihrer bevorzugten Komponisten, daneben gibt es zahlreiche Einspielungen mit Werken von Bach und Händel. Das Klavierlied, das in den Konzerten eine wichtige Rolle spielte, ist dagegen auf Tonträgern unterrepräsentiert. Die Sammlung von Aufnahmen des RIAS Berlin aus den Jahren 1955 bis 1963, die das Label audite jetzt in ausgezeichneter Klangqualität erstmals veröffentlicht hat, füllt diese Lücke – und ruft eine Sängerin in Erinnerung, die in jeder Hinsicht eine Ausnahmekünstlerin war.
Forrester besaß einen echten Alt von ungewöhnlicher Fülle und Expansionsfähigkeit, den sie mit nahezu perfekter Technik zu führen wusste. Er spricht in tiefen wie in hohen Lagen mühelos an, bei ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: CD des Monats, Seite 25
von Ekkehard Pluta
Seit einigen Jahren sind Anett Fritsch und Maria Bengtsson auf vielen Bühnen der Welt in Mozart-Partien zu erleben. Es lag nahe, dass die Sängerinnen für ihre ersten Solo-Alben auf dieses vertraute Repertoire zurückgriffen. Während Bengtsson sich ganz auf die Oper konzentriert, bezieht Fritsch auch zwei Konzertarien («Bella mia fiamma» und «Misera, dove son?»)...
Als die Wolken am Horizont aufzogen, war das ingegno sublime gewappnet. Mochte die Konkurrenz von der «Opera of the Nobilities» ihm seine Starsänger mit astronomischen Summen abspenstig machen – und war es offenkundig, dass der Opera seria in England keine rosige Zukunft bevorstand –, er, Georg Friedrich Händel, blieb gelassen. Schließlich hatte er schon...
Frau Hannigan, wie ist das, wenn Komponisten zu einem sagen: «Ich habe diese Partie für dich geschrieben»?
Meistens heißt es eher: «Darf ich etwas für dich schreiben?» Oft frage ich auch selbst, oder Ideen entstehen im Gespräch. Ich bin sehr vorsichtig, was ich zusage und wann. Denn ich fühle mich verantwortlich, das Werk auch wirklich in die Welt zu bringen;...
