Preziosen
Obwohl ihre sängerische Laufbahn über vier Jahrzehnte währte und sie eine Vielzahl von Aufnahmen hinterlassen hat, ist der Name der großen kanadischen Altistin Maureen Forrester (1930-2010) wohl nur noch Kennern ein Begriff. Auf der Opernbühne hat sie nur wenige (allerdings markante) Spuren hinterlassen; ihre Welt war das Konzertpodium.
Seit der Begegnung mit Bruno Walter, die Forresters Karriere den entscheidenden Anstoß gab, war – vor allem in den Aufnahmestudios – Gustav Mahler einer ihrer bevorzugten Komponisten, daneben gibt es zahlreiche Einspielungen mit Werken von Bach und Händel. Das Klavierlied, das in den Konzerten eine wichtige Rolle spielte, ist dagegen auf Tonträgern unterrepräsentiert. Die Sammlung von Aufnahmen des RIAS Berlin aus den Jahren 1955 bis 1963, die das Label audite jetzt in ausgezeichneter Klangqualität erstmals veröffentlicht hat, füllt diese Lücke – und ruft eine Sängerin in Erinnerung, die in jeder Hinsicht eine Ausnahmekünstlerin war.
Forrester besaß einen echten Alt von ungewöhnlicher Fülle und Expansionsfähigkeit, den sie mit nahezu perfekter Technik zu führen wusste. Er spricht in tiefen wie in hohen Lagen mühelos an, bei ...
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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: CD des Monats, Seite 25
von Ekkehard Pluta
Kürzlich hat die Lyric Opera in Chicago einen neuen «Ring»-Zyklus gestartet, nun lässt sie mit Berlioz’ «Les Troyens» ein weiteres Opus von epischer Breite folgen. Eine echte Premiere: Das Werk war in Chicago nie zuvor zu sehen (die bislang einzigen amerikanischen Produktionen gab es in San Francisco, Boston, New York und Los Angeles). Ein Jammer, dass man nur...
Zu den Schriftstellern, die es wagten, Unerträgliches, konkret: das in zwei Weltkriegen und dem Holocaust kulminierende Inferno des 20. Jahrhunderts zu thematisieren, gehört Peter Weiss. Im November wäre er einhundert Jahre alt geworden. Im schwedischen Exil überlebend, hinterließ er vielfältige Texte, Gemälde, Zeichnungen und Experimentalfilme. Aber so wie...
Seltsam, dass das im Nationaltheater München keiner komisch findet. Wenn die Solo-Posaune, drastisch vom b übers a und as zum g herabschmierend, postkoitale Erschlaffung illustriert und acht Takte später noch dreimal, im Gestus ähnlich, mit fallender Sekunde von versiegender Manneskraft quäkt. Es ist eine berühmt-berüchtigte Opernszene, unverstellt hat Dmitri...
