Ohne Biss

Maria Bengtsson und Anett Fritsch bleiben Mozart manches schuldig

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Seit einigen Jahren sind Anett Fritsch und Maria Bengtsson auf vielen Bühnen der Welt in Mozart-Partien zu erleben. Es lag nahe, dass die Sängerinnen für ihre ersten Solo-Alben auf dieses vertraute Repertoire zurückgriffen. Während Bengtsson sich ganz auf die Oper konzentriert, bezieht Fritsch auch zwei Konzertarien («Bella mia fiamma» und «Misera, dove son?») ein.

Bengtsson bleibt in den drei Da-Ponte-Opern und in der «Zauberflöte» jeweils bei nur einer Partie (Contessa, Donna Anna, Fiordiligi und Pamina), in den Ausschnitten aus «Idomeneo» interpretiert sie neben den drei Ilia-Arien auch Elettras ausnahmsweise nicht dramatisches «Idol mio». Fritsch dagegen bietet die Contessa («Porgi amor»), Susanna (mit der «Rosen-arie») und die beiden Solonummern Cherubinos, ferner Donna Elvira, Zerlina, Fiordiligi und Despina.

Mit Ilias «Padre, germani, addio!», dem ersten Stück ihres Albums, exponiert Maria Bengtsson eine elegische Klangfarbe, die sich durch alle Arien ziehen wird. Donna Annas «Or sai chi l’onore» gewinnt dadurch zwar eine wichtige Facette hinzu, verliert aber zugleich an Intensität. In den Fiordiligi-Arien ist nicht zu spüren, dass die Seria-Gesten, die  ...

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Opernwelt Januar 2017
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 22
von Thomas Seedorf

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