Plakative Imposanz
Um lobende Hinweise auf seine Verdienste ist André Heller-Lopes nicht verlegen. Gleich drei Tageszeitungen zitiert der selbstbewusste Brasilianer im Programmheft zu seiner jüngsten Bühnenarbeit, um sich in strahlendes Licht zu rücken. Am Londoner King’s College ausgebildet, sammelte Heller-Lopes unter anderem an Covent Garden, an der Met und in San Francisco Erfahrungen, bevor er zum derzeit hipsten Opernregisseur seines Heimatlandes aufstieg.
Entsprechend groß war am Premierenabend der Promi-Auflauf in São Paulos auf Hochglanz restauriertem Teatro Municipal, als sich der Vorhang zu Saint-Saëns’ «Samson et Dalila» öffnete. Sogar der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo sowie der frisch gewählte Bürgermeister der Giga-Metropole hatten sich eingefunden – was nicht nur Jamil Maluf, den stabführenden Intendanten des 1500-Plätze-Hauses, erfreut haben dürfte. Denn seit dem Machtwechsel im Rathaus liegt das Budget für das Teatro Municipal auf Eis, Maluf und sein Operndirektor João Malatian können nicht einmal für die Spielzeit 2009 planen. Nun hofft man auf rasche Entscheidungen.
Was die letzte Neuproduktion der laufenden Saison betrifft, so hatten Bühnenbildner Hélio Eichbauer und vor ...
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Gleich vorweg: Dies ist eine Aufführungskritik. Sie beschäftigt sich mit der jüngsten Premiere der Deutschen Oper Berlin und nicht mit der Frage nach einer Vertragsverlängerung von Kirsten Harms oder der hauptstädtischen Opernsituation. Beides miteinander zu verknüpfen, ist so leicht wie unsinnig. Wir wünschen also vorweg der Deutschen Oper eine sichere und...
Die niederländische Provinzstadt Maastricht ist bei uns vor allem wegen des dort vereinbarten EU-Vertrags ein Begriff. Empfindsame Stadtreisende wissen ihre architektonischen Schönheiten zu rühmen. Als lokales Opernzentrum ist sie bisher außerhalb des Landes nur wenig zur Kenntnis genommen worden. Das könnte und soll sich ändern, jedenfalls nach dem Willen der...
Zur Oper, die er vor einem Jahr im Gespräch mit «Opernwelt» als «Schwerpunkt» seiner Arbeit bezeichnete (siehe OW 1/2008), hat Richard Hickox erst relativ spät gefunden. Die ersten Impulse seiner musikalischen Sozialisation empfing er nicht auf einem Stehplatz in Covent Garden oder im Coliseum, sondern unter dem Dach der anglikanischen Kirche. Wenn sein Vater,...
