Der Rastlose
Zur Oper, die er vor einem Jahr im Gespräch mit «Opernwelt» als «Schwerpunkt» seiner Arbeit bezeichnete (siehe OW 1/2008), hat Richard Hickox erst relativ spät gefunden. Die ersten Impulse seiner musikalischen Sozialisation empfing er nicht auf einem Stehplatz in Covent Garden oder im Coliseum, sondern unter dem Dach der anglikanischen Kirche. Wenn sein Vater, Pfarrer in Stokenchurch (!), einem Dorf nicht weit von London, den Gottesdienst hielt, drückte Klein-Richard die Orgelbank.
Und so war es zunächst vor allem die (englische) Orgel- und Chorliteratur, die den angehenden Dirigenten faszinierte. Daneben erschloss sich Hickox ein breites symphonisches Repertoire – auch hier konzentrierte er sich auf Partituren englischer Komponisten. Dabei interessierte ihn vor allem Unbekanntes.
Gewiss, die Sachs’sche Forderung, die Meister nicht zu verachten, hat Hickox ebenso ernst genommen, und das mit einigem Erfolg: Für seine Einspielung von Brittens «Peter Grimes» zum Beispiel erhielt er einen Grammy Award. Doch bleibt der «recording artist» Hickox eher als (Wieder-)Entdecker denn als genialischer Erneuerer des Kanons in Erinnerung. Er hat als Erster sämtliche Symphonien von Ralph Vaughan ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eigentlich ist der Jazz sein Metier. Eigentlich. Denn auch wenn Gianluigi Trovesis wichtigste Aktionsfelder die Big Band (Italian Instabile Orchestra), das (eigene) Oktett/Nonett oder das Duo mit dem Akkordeonisten Gianni Coscia sind, und auch wenn aus jedem Ton, den der inzwischen 64-Jährige auf Klarinetten und Saxofon hervorbringt, der Schalk eines munter...
Der wichtigste Job in amerikanischen Kulturinstitutionen ist der des Fundraisers. Zumal in turbulenten Zeiten. Ohne (oft hoch dotierte) Spendensammler, die Unternehmen und Privatpersonen Geld aus der Tasche ziehen, könnten Museen, Bibliotheken, Orchester und Opernhäuser in den USA einpacken. Das ist natürlich keine neue Erkenntnis: Zwischen New York und San...
Seit John Berry die künstlerische Leitung der English National Opera übernahm, scheint sich das Haus zu konsolidieren – nach vielen personellen Wechseln in der Verwaltung und einer langen Phase der Verunsicherung. Die finanzielle Situation ist so stabil wie lange nicht mehr und das Programm der Spielzeit 2008/09 zweifellos interessant (zwei Premieren stehen noch...
