Klein, aber fein

Die Opera Zuid in Maastricht entwickelt sich unter Intendantin Miranda van Kralingen zum Geheimtipp

Opernwelt - Logo

Die niederländische Provinzstadt Maastricht ist bei uns vor allem wegen des dort vereinbarten EU-Vertrags ein Begriff. Empfindsame Stadtreisende wissen ihre architektonischen Schönheiten zu rühmen. Als lokales Opernzentrum ist sie bisher außerhalb des Landes nur wenig zur Kenntnis genommen worden. Das könnte und soll sich ändern, jedenfalls nach dem Willen der Sopranistin Miranda van Kralingen, die im Mai 2004 die künstlerische Leitung der Opera Zuid übernahm.

In Holland ist sie eine Berühmtheit, und auf deutschen Bühnen (Berlin, Stuttgart) hat sie vor allem als Fidelio und Marschallin einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Eine schwere Rückenerkrankung zwang sie zu zweijähriger Bühnenabstinenz. 2007 hatte sie ein Comeback als Bianca Castafiore in dem Musical «Tintin» nach Hergés Comic-Strip-Serie. Im eigenen Haus ist sie jedoch noch nicht aufgetreten.
«Alles neu macht der Mai», hieß es mit ihrem Amtsantritt, denn sie krempelte das Theater in organisatorischer wie in künstlerischer Hinsicht von Grund auf um. Dabei orientierte sie sich nach eigenem Bekenntnis am deutschen Theatersystem. Eine deutsche Eigenheit sind für sie auch «klare Verhältnisse», d. h. konkret: In künstlerischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2009
Rubrik: Magazin, Seite 70
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Was sind das, moderne Menschen?

Es gibt ein erhellendes Beispiel für die Utopie, die Illusion einer «Hölderlin-Oper». Eine solche Oper sollte und wollte der Münchner Komponist Wilhelm Killmayer vor zwei Jahrzehnten im Auftrag der Bayerischen Staatsoper schreiben. Das Projekt zog sich in die Länge, und irgendwann hatte sich Killmayer nach vielen ästhetischen und inhaltlichen Skrupeln eines...

Auf dem Marktplatz

Eigentlich ist der Jazz sein Metier. Eigentlich. Denn auch wenn Gianluigi Trovesis wich­tigs­te Aktionsfelder die Big Band (Italian Instabile Orchestra), das (eigene) Oktett/Nonett oder das Duo mit dem Akkordeonisten Gianni Coscia sind, und auch wenn aus jedem Ton, den der inzwischen 64-Jährige auf Klarinetten und Saxofon hervorbringt, der Schalk eines munter...

Tausendjähriges Reich

Glücklich das Land, das keine Helden braucht, schrieb Bertolt Brecht. Hinsichtlich von Svätopluk dem Ersten aus dem Geschlecht der Mojmiriden (gestorben 894) ist der Slowakei in dieser Hinsicht kein Vorwurf zu machen, denn «Held» war er keiner. Vielmehr ein Realpolitiker höchsten Grades, rücksichtslos in der Durchsetzung seiner Ziele. Unter ihm wurde Großmähren zum...