Pilgerschaft der Kunst

Willy Decker erkundet im letzten Jahr seiner Intendanz der Ruhrtriennale die Leere des Raums und die Stille vor der Musik

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«Glücksland» Bhutan in der Jahrhunderthalle – für die, die es erleben durften, der spirituelle Höhe- und Endpunkt des diesjährigen Festivals.

Brücke zum Nirwana – Wagners «Tristan und Isolde»

Wie 2009 mit Schönbergs «Moses und Aron» und 2010 mit der Uraufführung von «Leila und Madschnun» (einer aktualisierten, leider gescheiterten Musiktheaterfassung des altpersischen Epos durch Albert Ostermaier und Samir Odeh-Tamimi) inszenierte Willy Decker auch diesmal die Eröffnungspremiere in der Bochumer Jahrhunderthalle selbst.

Nach der exemplarischen Auseinandersetzung mit einem bilderlosen Glauben, nach der spirituellen Liebesgeschichte des persischen Kulturkreises nun also das berühmteste Liebespaar der Operngeschichte. Die Wahl lag nahe, hat der damals im Sog von Schopenhauers Philosophie stehende Wagner in den Briefen an seine Zürcher Muse Mathilde Wesendonck doch selbst mehrfach auf die Nähe seiner Musik und ihrer glühenden Todessehnsucht zum Buddhismus hingewiesen. Die geistigen Wurzeln dieses Weltentsagungswerks allerdings reichen weiter, nämlich über Novalis’ «Hymnen an die Nacht» und die sakralen Allegorien des spanischen Barockdramatikers Calderón bis zur mystischen Ekstatik des ...

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Opernwelt November 2011
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Uwe Schweikert

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