Launisch, elegisch, schräg
1949 schrieb Frank Martin im Auftrag des niederländischen Kammerchors «Fünf Gesänge des Ariel». Doch damit nicht genug. Martin plante ein Musiktheaterwerk zu Shakespeares «Der Sturm». Nicht irgendeine Oper, sondern eine ganz neue Form. «Man könnte sich sehr gut ein Stück des Sprechtheaters vorstellen», so Martin, «in dem die Musik etwas ganz anderes wäre als lediglich schmückendes Beiwerk […], ein Stück, dessen Musik zu einem integrierenden Bestandteil werden würde».
1952 stürzte Martin sich in die Arbeit.
Noch während eines Urlaubs in Holland begann er mit der Ouvertüre. Rund drei Jahre später, im Sommer 1955, ist die Partitur abgeschlossen. «Der Sturm» wird das erste Werk zeitgenössischer Musik, das die Wiener Staatsoper seit ihrer Wiedereröffnung nach dem Krieg auf den Spielplan setzt. Karl Böhm soll dirigieren, als Solisten sind Irmgard Seefried und Dietrich Fischer-Dieskau vorgesehen. Alle drei müssen aus unterschiedlichen Gründen absagen. Dennoch wird die Uraufführung im Juni 1956 (mit der jungen Christa Ludwig, die Leitung hat Ernest Ansermet) ein Erfolg. Die Aufführungen sind ausverkauft, obwohl das Presse-Echo zwiespältig ausfällt.
Frank Martin hat Shakespeares Text um rund ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2011
Rubrik: Medien | CDs, Seite 34
von Christoph Vratz
Viel Platz ist nicht im Graben des Hallenser Opernhauses. Und hier Wagner? Ja, denn dieser «Ring» ist eine Herzensangelegenheit von Karl-Heinz Steffens, Chefdirigent sowohl in Halle als auch in Ludwigshafen. Dass auch hier Großes entstehen kann, will Steffens zeigen. Und er löst sein Versprechen ein. Der Klang dieser «Walküre» ist von wundersamer Präsenz. Auf zwei...
Gerade mal zehn Jahre gibt es das Festival Pergolesi Spontini in Jesi und Umgebung. Kurz zuvor war eine gleichnamige Stiftung gegründet worden, um das Werk von Giovanni Battista Pergolesi und Gaspare Spontini zu befördern. Jährlicher Höhepunkt der Aktivitäten sollte das Festival mit professionell produzierten Aufführungen von Stücken des 1710 in Jesi geborenen und...
Kurz vor dem Ernstfall musste die Trophäenschau helfen. Waltraud Meier und Johan Botha erschienen leibhaftig bei der Pressekonferenz der Bayerischen Staatsoper in Tokio. Als Beweise, als Signal: Ja, die Stars sind tatsächlich da. Ganz so einfach ist es nämlich nicht mehr mit den Japan-Gastspielen westlicher Renommierhäuser. Karten werden zwar gekauft, die...
