Pflegefall
In der jüngsten Frankfurter Version könnte Gounods schillernd melodiöses Spiel mit dem Fauststoff getrost «Margarethe» heißen. Denn Nina Stemme wurde schnell zum faszinierend suggestiven Zentrum dieser – nach Boitos «Mefistofele» – jüngsten Opern-Beschäftigung in der Geburtsstadt Goethes mit dessen zentraler Dichtung. Dabei war sie bei Andrew Richards den Avancen eines draufgängerisch schmetternden, jedoch weniger geschmeidig feinzeichnenden Dr. Faust ausgesetzt, während Mark S.
Doss als lustvoll eloquenter Spielmacher Méphistophélès wie der Gast aus einer anderen, märchenhaften Welt durch die Szene geistert und Akteure wie Chor lenkt und aufmischt. Musikalisch ist dieser «Faust» auch in den Nebenrollen erstklassig ausgestattet: vom kraftvoll dominierenden Zelijko Lucic als Valentin, über die prägnant ihre späten Lebensträume einfordernde Elzbieta Ardam als Marthe Schwerdtlein bis hin zur sanften Jenny Carlstedt als sich beharrlich um Marguerite bemühender Siebel. Intendant Bernd Loebe legt wieder einmal Ehre ein – mit dieser Programmentscheidung und mit seinem Ensemble. Was natürlich auch für das Museumsorchester gilt, das seinem dirigierenden Gast Johannes Debus inspiriert in die ...
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Joseph Haydn hat in den 1770er und 80er Jahren als Opernkapellmeister in Eszterháza nicht nur zahlreiche Einlage-Arien zu fremden Werken komponiert, er hat die Partituren auch den Fähigkeiten seiner Sänger und den Möglichkeiten des örtlichen Orchesters angepasst. Mit solchen Bearbeitungen beschäftigt sich ein Forschungsprojekt des Joseph Haydn-Institus Köln und der...
Zum zweiten Mal schon hat das kleine, aber überlebenswillige und in der Region fest verankerte Theater Rudolstadt mit der Weimarer Musikhochschule «Franz Liszt» kooperiert. Auf diesem Wege kommt das vor einiger Zeit plötzlich von Eisenach «geschiedene» und auf sich allein gestellte Thüringer Theater zu Opernangeboten. Und die Studierenden kommen frühzeitig zu...
Fast acht Jahrzehnte nach seinem Sensationserfolg ist Ernst Kreneks «Jonny spielt auf» auch nach Köln zurückgekehrt. Allerdings nur aus zweiter Hand, denn die Abschiedsinszenierung des früheren Intendanten, Günter Krämer, lief 2002 bereits an der Wiener Staatsoper. Was an der Donau Seiji Ozawas Chefsache war, überließ man am Rhein Ryusuke Numajiri. Das...
