Pflegefall
In der jüngsten Frankfurter Version könnte Gounods schillernd melodiöses Spiel mit dem Fauststoff getrost «Margarethe» heißen. Denn Nina Stemme wurde schnell zum faszinierend suggestiven Zentrum dieser – nach Boitos «Mefistofele» – jüngsten Opern-Beschäftigung in der Geburtsstadt Goethes mit dessen zentraler Dichtung. Dabei war sie bei Andrew Richards den Avancen eines draufgängerisch schmetternden, jedoch weniger geschmeidig feinzeichnenden Dr. Faust ausgesetzt, während Mark S.
Doss als lustvoll eloquenter Spielmacher Méphistophélès wie der Gast aus einer anderen, märchenhaften Welt durch die Szene geistert und Akteure wie Chor lenkt und aufmischt. Musikalisch ist dieser «Faust» auch in den Nebenrollen erstklassig ausgestattet: vom kraftvoll dominierenden Zelijko Lucic als Valentin, über die prägnant ihre späten Lebensträume einfordernde Elzbieta Ardam als Marthe Schwerdtlein bis hin zur sanften Jenny Carlstedt als sich beharrlich um Marguerite bemühender Siebel. Intendant Bernd Loebe legt wieder einmal Ehre ein – mit dieser Programmentscheidung und mit seinem Ensemble. Was natürlich auch für das Museumsorchester gilt, das seinem dirigierenden Gast Johannes Debus inspiriert in die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alles an dieser Produktion von Erich Wolfgang Korngolds «Toter Stadt» bei den Salzburger Festspielen 2004 war luxuriös: das Orchester (die Wiener Philharmoniker), die Besetzung (mit Daniela Denschlag und Bo Skovhus und bis in die Nebenrollen hinein), auch die Bühne von Wolfgang Gussmann und die Inszenierung von Willi Decker. Die stupende Klangqualität dieser bei...
Im Westen nichts Neues. Nach wie vor ungewiss bleibt die Zukunft des Saarbrücker Staatstheaters. Ungeachtet des massiven öffentlichen Protests besteht der saarländische Kultusminister Jürgen Schreier auf der drastischen Reduktion des Theateretats um (fast) 25 Prozent (von derzeit 24,5 auf 18,5 Millionen Euro) bis 2009, die das Haus praktisch in die Knie zwingen...
Erstaunlich lange hat Berlin auf Claudio Monteverdi warten müssen. Während der legendäre Zürcher Zyklus von Nikolaus Harnoncourt und Jean-Pierre Ponnelle an fast allen Opernhäusern Europas als Initialzündung für eine Auseinandersetzung mit den Bühnenwerken Monteverdis in historisierendem Klangbild wirkte, ging diese Welle sowohl an der geteilten wie an der...
