Am Abgrund der Pubertät
Dass Wagners frühe «Feen» kaum gespielt werden, hat viele Gründe. Vor allem liegt es am Komponisten selbst. Bekanntlich ackerte sich Wagner nicht nur an der Idee des Gesamtkunstwerks ab, sondern versuchte auch, sein eigenes Schaffen als ästhetisches Integral zu vermitteln. Dazu passten seiner Meinung nach weder «Die Feen» noch «Das Liebesverbot» oder «Rienzi». Deshalb grenzte er diese frühen Opern aus dem Bayreuth-Kanon aus. Man kann das verstehen. Wer über dem «Parsifal» brütet, dem muss dergleichen «schauderhaft», «scheußlich» und «ekelhaft» vorkommen.
So protokollierte Cosima Wagners Selbstkritik in ihrem Tagebuch vom Januar 1879. Und ein paar Monate vorher heißt es: «Die Feen-Ouvertüre gefällt R. nicht, er findet sie zu dramatisch, sie sei nur gut instrumentiert.» Als diese Ouvertüre im Januar 1882 bei einem der fast täglichen Hauskonzerte gespielt wird, zieht sich Wagner gar zurück, um an seiner letzten Partitur zu feilen...
Wenn man «Die Feen» heute hört, wird schnell klar, warum Wagner für seine erste fertiggestellte Oper nie mehr etwas getan hat, nachdem die Uraufführung in Leipzig geplatzt war: Fast alles, was darin an Ansätzen steckt, hat er später klüger, geschickter, ...
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Im Sommer hat das Haus Kettenbrückengasse Nr. 6, in dem Franz Schubert 1828 verstorben war und wo er davor unter anderem an der «Winterreise» gearbeitet hatte, etwas spitzweghaft Romantisches, atmet das Flair eines «alten Wien» aus dem Bilderbuch. Im Winter nun ist alles grau. Krähen sind auch da. Zwar werfen sie keine «Bäll’ und Schloßen» auf meinen Hut, doch der...
