Personalien, Meldungen November 2020
JUBILARE
Stein Winge absolvierte seine Ausbildung an der Academy of Dramatic Art in Oslo. Der Norweger, bereits als Produzent, Schauspiel- und Fernsehregisseur erfolgreich, wandte sich in den 1990er-Jahren verstärkt dem Musiktheater zu. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1993 mit seiner Lesart von Mussorgskys «Boris Godunow» am Grand Théâtre de Genève. Anschließend inszenierte er u. a. in Chicago, Brüssel, Barcelona, London, Paris, Strasbourg, Stockholm, Kopenhagen, Mannheim, Frankfurt und Leipzig.
Eng verbunden ist er der Deutschen Oper am Rhein, wo er u. a. einen Janáček-Zyklus in Szene setzte. Stein Winge wird am 10. November 80 Jahre alt. Herzlichen Glückwunsch!
Ludwig Baumann studierte Gesang am Richard-Strauss-Konservatorium München. Er begann seine Karriere als Bass und war 1970–72 Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München. 1972 kam er an die Deutsche Oper am Rhein und wechselte nach ergänzenden Studien in Los Angeles und Rom ins Baritonfach. Baumann ging 1979 ans Münchner Theater am Gärtnerplatz, 1984 wurde er Ensemblemitglied der Oper Köln. Gastspiele führten ihn u. a. nach Berlin, Hamburg, München, Mannheim, Paris, Turin sowie zu den Festspielen ...
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Opernwelt November 2020
Rubrik: Service, Seite 54
von Andrea Kaiser
Versucht haben es viele. Doch nur eine Dichterin vermochte es, das «Phänomen» in betörende Worte zu kleiden; kaum zufällig ebenfalls eine viel zu früh Verglühte. In ihrer «Hommage à Maria Callas» beschreibt Ingeborg Bachmann die Diva assoluta als eine Künstlerin, die kontinuierlich über sich selbst hinausging und dabei immer auch das Gegenteil von dem war, was sie...
Im Anfang ist nicht das Wort. Sondern festliche Musik, wiewohl ironisch verfremdet. Das Orchester spielt die Introduktion zum dritten Akt von Händels «Salomo», aus der Tiefe des Raums kommt Valery Tscheplanova, auf High Heels, im hautengem Kostüm, in Händen die sternenbekränzte USA-Flagge. Einzug der Königin von Saba? Ja und Nein. Ja, weil erotische Energien...
Bei Händel findet sich für alle etwas. Die emotionale Palette seiner Musik scheint unerschöpflich. Das Farbenspiel der klingenden Affekte ist so raffiniert, in so feinen Nuancen ausdifferenziert, dass nichts und niemand vorgeführt, auf die eine, vermeintlich wesenhafte Eigenschaft reduziert wird. Auch wenn ihm, zumal dem risikofreudigen Theaterunternehmer in...
