Unbegrenztes Sehnen

Aleksandra Kurzaks Album «Desire» hat seine Stärken vor allem im slawischen Repertoire

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«Gleich von unbegrenztem Sehnen/ Wie entfernt von träger Ruh’/ Müsse sich mein Leben dehnen/ Wie ein Strom dem Meere zu ...» Wir wissen nicht, ob Aleksandra Kur­zak dieses Gedicht von Friedrich Rückert gelesen hat; gleichwohl könnte es sehr gut als Motto über ihrem neuen Album stehen. Der Titel «Desire», den sie dem Recital gab, mag derlei Assoziationen erlauben, erzählt er doch auch von ihrem künstlerischen Sehnen nach Partien, von denen sie zu Beginn ihrer Karriere im lyrischen Koloraturfach nicht einmal zu träumen wagte.

Pragmatisch gesehen könnte man auch von einem Musterkatalog künftiger Erwartungen sprechen.

Auf jeden Fall führt die Polin in diesem Album Momentaufnahmen von Frauen vor, deren Sehnsüchte unterschiedliche Ursachen und Ziele haben, was ihr zugleich Gelegenheit gibt, neue Perspektiven auf diese Charaktere zu finden. Sie überzeugt mit ihrem pikanten Timbre sowie mit der Gabe, Phrasen empfindsam sul fiato (auf dem Atem) zu bilden und in erfüllten, verinnerlichten Piani fortzuspinnen – wie etwa gleich am Anfang in «Io son l’umile ancella» aus Cileas «Adriana Lecouvreur». In Elviras Szene «Surta è la notte – Ernani! Ernani, involami» kann sie auf ihre Erfahrungen im ...

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Opernwelt November 2020
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Gerhard Persché

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