Personalien, Meldungen April 2020
Jubilare
Meriel Dickinson studierte 1958-63 Klavier und Gesang am Royal Manchester College of Music, anschließend an der Wiener Musikakademie, wo sie zwei Jahre späte ihr Diplom als Gesangslehrerin erwarb. Die vielseitige Mezzosopranistin begann ihre Laufbahn 1964 in London als Konzertsolistin, wobei sie sich vor allem der zeitgenössischen englischen Musik widmete und Werke ihres Bruders, des Komponisten Peter Dickinson, interpretierte. Gemeinsam unternahmen sie Tourneen durch ganz Europa. Auf dem Programm standen u. a.
Vokal- und Klaviermusik von Gordon Crosse, Michael Berkeley, Erik Satie sowie Brecht/Weill-Abende. Komponisten wie Britten, Boulez, Cage, Copland und Berio bewunderten die virtuose Technik der Britin. Ihr Operndebüt gab Dickinson 1970 bei der Londoner Handel Opera Society, neben zahlreichen Händel-Partien zählten Amneris in Verdis «Aida», Larina in Tschaikowskys «Eugen Onegin» zu ihren Paraderollen. Ab Mitte der 1970er-Jahre war ihr Name eng mit dem Kurt Weill-Revival verbunden, ihre Rollenporträts in «Mahagonny» und «Happy End» wurden in London und Berlin gefeiert, 1989 triumphierte sie an der Scottish Opera Glasgow als Emma Jones in Weills «Street Scene». Bei ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: Service, Seite 56
von Andrea Kaiser
«O man müsst’s sehen, man müsst’s greifen können …» Nicht unbedingt mit Fäusten, wie Wozzeck es gegenüber Marie vorbringt, sondern eher mit gespannten Sinnen. Aber es geht hier ja auch nicht um Bergs Oper, sondern um Philip Glass’ «The Fall of the House of Usher». Von deren Aufführung durch die Wolf Trap Opera aus Washington DC erhalte das Ohr «bloß 40 Prozent des...
Nach dem spektakulären Erfolg seiner Indianer-Oper «Il Guarany» an der Scala wurde der brasilianische Komponist Antônio Carlos Gomes, der 1864 zum Studium nach Mailand gekommen war und dort bald in Kontakt mit der Gruppe der Scapigliati um Arrigo Boito trat, als ein potenzieller Nachfolger Giuseppe Verdis gehandelt, der sich nach der «Aida» zurückziehen wollte....
Der Herr ist unsichtbar. Aber man kann ihn hören. Ihn und seinen in g-Moll gefassten Ingrimm. Denn Gott ist außer sich vor Zorn. Und lässt nun diesem freien apokalyptischen Lauf. Während auf Dirk Beckers unwirtlicher Bühne, die im Verlauf des Abends aus schlichtweißen Resopaltischen immer wieder raffinierte Konstellationen kreiert (Laufsteg, Küche, Verhörraum,...
