Bretter, die viel Geld bedeuten

Die Komische Oper soll fürs 21. Jahrhundert fit gemacht werden und außerdem einen Neubau für Probensäle, Büros und Kundenkommunikation bekommen. Das kostet mindestens 227 Millionen Euro. Diesmal will Berlin aber alles besser machen als beim Sanierungsdebakel Unter den Linden

Wenn es nach Barrie Kosky geht, schlägt das Herz der Komischen Oper künftig im Dreidrittel-Takt. «Wir sind in einer der besten Locations in der Mitte Berlins», sagt der Intendant. «Das bedeutet, wir müssen hier eine durchdachte architektonische Dramaturgie entwickeln. Bei der erzählen wir zwei Geschichten aus der Vergangenheit und eine aus der Zukunft.» Hier überlagern sich nämlich Zeitschichten aus der Kaiser- und der DDR-Zeit, hinzukommen wird ein Neubau für Probensäle und Büros direkt neben der Bühne.

Wie im Ökosystem eines Gartens soll dieses Trio zur organischen Einheit verschmelzen, erhofft sich Kosky.

2023 zieht die Belegschaft in den Westen der Stadt um, ins Schillertheater, wo bereits Daniel Barenboims Staatsoper während ihrer Sanierung logierte. Diesmal aber, so versprechen alle Beteiligten, wird es kein Baustellen-Debakel geben wie Unter den Linden, wo sich die Fertigstellung um vier Jahre verzögerte und die Kosten auf 440 Millionen Euro anstiegen.

Begonnen hat die Geschichte des Hauses in den Goldgräberjahren des Deutschen Reichs. 1892 wurde zwischen Unter den Linden und Behrenstraße ein Entertainment-Center errichtet, dessen Fassaden mit wilhelminischem Pomp ...

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Opernwelt April 2020
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Frederik Hanssen