Klanglicher Reichtum
Von den vier geistlichen Oratorien, die Antonio Vivaldi nachweislich komponierte, ist nur die Musik zu dem Oratorium sacrum militare «Juditha triumphans» erhalten. Das Werk entstand 1716, wahrscheinlich zur Feier des Sieges venezianischer Streitkräfte über das osmanische Heer auf der strategisch wichtigen Insel Korfu. Das lateinische Libretto des Juristen Giacomo Cassetti gestaltet die alttestamentarische Geschichte der mutigen Bethulierin Judith, die den feindlichen Feldherrn Holofernes im Schlaf enthauptet und ihr Volk befreit, als lockere Szenenfolge.
Vivaldi hat auf die Anreize, die die bildhafte Sprache des Librettos ihm bot, mit einer Musik reagiert, deren Farbigkeit und Vielfalt innerhalb seines umfangreichen Gesamtwerks wohl nicht Ihresgleichen hat. Opulent ist das Orchester besetzt, das neben dem üblichen Streichorchester und den für festliche Anlässe obligatorischen Pauken und Trompeten auch selten anzutreffende Instrumente wie Klarinetten, eine Viola d’amore, vier Theorben, eine Mandoline und nicht weniger als fünf Gamben umfasst.
Jordi Savall und die exzellenten Musiker des Ensembles Le Concert des Nations bringen den klanglichen Reichtum der Partitur aufs Schönste ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Thomas Seedorf
Jubilare
Meriel Dickinson studierte 1958-63 Klavier und Gesang am Royal Manchester College of Music, anschließend an der Wiener Musikakademie, wo sie zwei Jahre späte ihr Diplom als Gesangslehrerin erwarb. Die vielseitige Mezzosopranistin begann ihre Laufbahn 1964 in London als Konzertsolistin, wobei sie sich vor allem der zeitgenössischen englischen Musik...
Es wurde wirklich höchste Zeit. Zeit für eine Kugel-Revolution. Und um sie anzuzetteln, bedurfte es nur eines einzigen mutigen Mannes. Manfred Honeck heißt er, ist im Hauptberuf (Opern-)Dirigent (und als solcher durchaus mit Talenten gesegnet) sowie seit Kurzem in erlaubter Nebentätigkeit Kulinarik-Experte. Wie das? Ganz einfach: Honeck hat das Ende der...
61. Jahrgang, Nr 4
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