Klanglicher Reichtum

Jordi Savall, Le Concert des Nations, La Capella Reial de Catalunya und ein vorzüglich besetztes Solistenquintett beleben Antonio Vivaldis Oratorium «Juditha triumphans»

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Von den vier geistlichen Oratorien, die Antonio Vivaldi nachweislich komponierte, ist nur die Musik zu dem Oratorium sacrum militare «Juditha triumphans» erhalten. Das Werk entstand 1716, wahrscheinlich zur Feier des Sieges venezianischer Streitkräfte über das osmanische Heer auf der strategisch wichtigen Insel Korfu. Das lateinische Libretto des Juristen Giacomo Cassetti gestaltet die alttestamentarische Geschichte der mutigen Bethul­ierin Judith, die den feindlichen Feldherrn Holofernes im Schlaf enthauptet und ihr Volk befreit, als lockere Szenenfolge.

Vivaldi hat auf die Anreize, die die bildhafte Sprache des Librettos ihm bot, mit einer Musik reagiert, deren Farbigkeit und Vielfalt innerhalb seines umfangreichen Gesamtwerks wohl nicht Ihresgleichen hat. Opulent ist das Orchester besetzt, das neben dem üblichen Streichorchester und den für festliche Anlässe obligatorischen Pauken und Trompeten auch selten anzutreffende Instrumente wie Klarinetten, eine Viola d’amore, vier Theorben, eine Mandoline und nicht weniger als fünf Gamben umfasst.

Jordi Savall und die exzellenten Musiker des Ensembles Le Concert des Nations bringen den klanglichen Reichtum der Partitur aufs Schönste ...

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Opernwelt April 2020
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Thomas Seedorf

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