Klanglicher Reichtum
Von den vier geistlichen Oratorien, die Antonio Vivaldi nachweislich komponierte, ist nur die Musik zu dem Oratorium sacrum militare «Juditha triumphans» erhalten. Das Werk entstand 1716, wahrscheinlich zur Feier des Sieges venezianischer Streitkräfte über das osmanische Heer auf der strategisch wichtigen Insel Korfu. Das lateinische Libretto des Juristen Giacomo Cassetti gestaltet die alttestamentarische Geschichte der mutigen Bethulierin Judith, die den feindlichen Feldherrn Holofernes im Schlaf enthauptet und ihr Volk befreit, als lockere Szenenfolge.
Vivaldi hat auf die Anreize, die die bildhafte Sprache des Librettos ihm bot, mit einer Musik reagiert, deren Farbigkeit und Vielfalt innerhalb seines umfangreichen Gesamtwerks wohl nicht Ihresgleichen hat. Opulent ist das Orchester besetzt, das neben dem üblichen Streichorchester und den für festliche Anlässe obligatorischen Pauken und Trompeten auch selten anzutreffende Instrumente wie Klarinetten, eine Viola d’amore, vier Theorben, eine Mandoline und nicht weniger als fünf Gamben umfasst.
Jordi Savall und die exzellenten Musiker des Ensembles Le Concert des Nations bringen den klanglichen Reichtum der Partitur aufs Schönste ...
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Opernwelt April 2020
Rubrik: CD des Monats, Seite 21
von Thomas Seedorf
Smetana, ein «großer Komponist»? Als 21. Name hat der Außenseiter aus Litomyšl seinen Platz gefunden in der vor 39 Jahren begründeten Reihe des Laaber-Verlags. Für den im Dezember 2018 verstorbenen Hans-Klaus Jungheinrich war der Schöpfer der «Moldau» sehr wohl ein «großer Komponist». In zehn Kapiteln deutet er an, wie viel in der tschechischen Musik des 19....
Als Jugendliche wollte sie Pianistin werden. Dann entschied sich ELISABETH STÖPPLER für einen Kurswechsel, studierte erst in Rom Schauspiel und danach Musiktheaterregie bei Götz Friedrich und Peter Konwitschny. Seit sechs Jahren ist sie Hausregisseurin am Mainzer Staatstheater, für ihre Inszenierung der «Götterdämmerung» in Chemnitz erhielt sie einen...
In Händels selten gespieltem «Tolomeo», der die 43. Internationalen Karlsruher Händel-Festspiele eröffnete, sind noch keine zwei Minuten vergangen, als der von seiner Mutter vertriebene, um seine totgeglaubte Geliebte Seleuce trauernde Pharao Tolomeo Selbstmord begehen will, aber von einem Schiffbrüchigen abgehalten wird, den das Meer an Land spült. Er rettet ihn,...
