Personalien, Meldungen 9/25
JUBILARE
Die Musik von Arvo Pärt, der am 11. September 90 Jahre alt wird, hat eine Popularität, die ungewöhnlich ist für einen zeitgenössischen Komponisten. Die gute Fasslichkeit und die meditative Atmosphäre der Klangwelten, die Pärt ersinnt, dürften zum großen Erfolg des Esten beigetragen haben. Zu seinem ganz eigenen Stil fand er über Umwege. Nach Studien in Tallinn bei Heino Eller und Veljo Tormis orientierte sich Pärt zunächst an der Musik Schostakowitschs und Prokofjews, später wandte er sich der Zwölftonmusik und dem Serialismus zu.
Auf der Suche nach einer Musik, die ihm wirklich entsprach, legte Pärt eine achtjährige schöpferische Pause ein, während der er sich mit Werken aus den Anfängen der europäischen Musikgeschichte beschäftigte: frühe Vokalpolyphonie, Musik der Renaissance, Grego -rianischer Choral. So inspiriert entwickelte Pärt seinen «Tintinnabuli»-Stil, der sich durch größte Einfachheit auszeichnet und die Reichhaltigkeit des puren Dreiklangs erkundet. Eine große Kreativität war bei Pärt nun freigesetzt, im neuen Stil entstand ein reiches Œuvre, das Chor- und Orchesterwerke ebenso umfasst wie Kammermusik oder die von Robert Wilson aus Werken Pärts ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Service, Seite 76
von
Die letzten Tage wurde nochmal alles nach vorn geworfen. Zuvorderst der Intendant: Jonas Kaufmann jodelnd auf einer Almwiese oder plaudernd zwischen namentlich nicht genannten Kolleginnen und Kollegen; Barbara Hannigan staunend am Erler Wasserfall; schließlich der Regisseur selbst, der seine Protagonistin mit einem Ferrari vergleicht. Alles Social-Media-Videos,...
Das Schöne an sorgfältig geführten Archiven ist, dass man noch Jahrzehnte nach einer Aufführung seine Erinnerung auffrischen kann – und weil die Wiener Staatsoper über ein solches Archiv verfügt, ist es ein Leichtes, noch einmal jenen Septemberabend des Jahres 1998 heraufzubeschwören, als sich im Haus am Ring der Vorhang zu Georges Bizets «Carmen» hob, in einer...
Ein «Wunder an Anmut und Geschmack», so hat ein zeitgenössischer Kritiker über die Klavierlieder von Georges Bizet geurteilt. Dieses hohe Lob war auf Platteneinspielungen bisher nur vereinzelt nachzuprüfen. Jetzt – und endlich, möchte man sagen – legt (zum 150. Todestag des Komponisten) das verdienstvolle Label Harmonia Mundi in Zusammenarbeit mit den «Amis de...
