Parbleu!
Männer? Nun ja. Die einen sagen, manchmal sogar singend, sie seien unersetzlich. Andere, zu ihnen zählt gefühlt mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, hat an dieser These nicht ganz unberechtigte Zweifel. Was wiederum wenig verwundert, wenn man sich allein die vermeintlichen Heroen auf der Opernbühne anschaut, von Händel bis Henze, von Monteverdi (über Mozart) bis Mascagni,
von Vinci bis Verdi.
Auch Gioachino Rossini putzte dem «starken» Geschlecht nur zu gern mal das Gesicht, garnierte dies aber mit einer derart schwindelerregenden Musik, dass man die eklatanten Schwächen augenzwinkernd-leicht übersehen konnte – wenn man denn wollte. Und noch will. Ein Paradebeispiel für virile Fehldis -positionen ist der Bey Mustafa in Rossinis Schlagerstück «L’italiana in Algeri» – ein präpotenter Patriarch, von der eigenen Manneskraft so sehr überzeugt, dass er gar nicht sieht, wie übel ihm mitgespielt wird bei seinem Eroberungsfeldzug in der Causa Isabella. Alexandra Liedtke gibt ihm in ihrer pfiffig-flotten, klugen und detailverliebten Inszenierung am Salzburger Landestheater zwar eine Peitsche in die Hand (und lässt den stimmlich markanten, darstellerisch urkomischen Daniele Macciantelli ...
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Opernwelt November 2026
Rubrik: Panorama, Seite 65
von Jürgen Otten
Im Wettlauf um die schnellere Wahrnehmung unterliegt das träge Ohr dem flinkeren Auge. Darum ist in Opernkritiken stets mehr vom Gesehenen als vom Gehörten, mehr von der Szene als von der Musik die Rede. Selbst die besten, ausgewogensten Bücher wie jüngst Stephan Möschs wegweisende Geschichte der Bayreuther Festspiele machen davon keine Ausnahme und schlagen sich...
Fritz Langs Stummfilm «Metropolis» war 1927 eine zweieinhalbstündige Überforderung für das Publikum. Mit den folgenden Kürzungsversuchen wurde zwangsläufig auch die Musik von Gottfried Huppertz (1887–1937) zersägt. Die Originalnoten halfen, als es später darum ging, zu einer ursprünglichen «Metropolis»-Fassung zurückzufinden.
Die Wiesbadener...
In Köln gibt es jetzt einen Hähnchen-Imbiss, vor dem sich regelmäßig lange Schlangen junger Menschen sammeln. Der Zufall wollte es so, dass sich just am Tag der Inbetriebnahme des nach 14 Jahren Bauzeit wiedereröffneten Kölner Opernhauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite, am endlich nicht mehr abgesperrten Offenbachplatz, eine zweite Menschenschlange...
