Opulenter Luxus
Alles an dieser Produktion von Erich Wolfgang Korngolds «Toter Stadt» bei den Salzburger Festspielen 2004 war luxuriös: das Orchester (die Wiener Philharmoniker), die Besetzung (mit Daniela Denschlag und Bo Skovhus und bis in die Nebenrollen hinein), auch die Bühne von Wolfgang Gussmann und die Inszenierung von Willi Decker. Die stupende Klangqualität dieser bei der zweiten Veranstaltung nach der Premiere am 15.
August entstandenen ORF-Aufzeichnung ist zwar der Studioeinspielung unter Erich Leinsdorf von 1975 (RCA) und auch dem Mitschnitt aus der Stockholmer Oper von 1996 (Naxos) unter Leif Segerstam überlegen, doch zur Referenzaufnahme taugt auch sie letztlich nicht – trotz aller Brillanz und Geschmeidigkeit der Streicher und vieler schöner instrumentaler Details. Denn die Philharmoniker präsentieren hier einen polarisierenden, symphonisch ausladenden, aber weichgespülten «Sound». Donald Runnicles präsentiert die überbordende Opulenz von Korngolds Partitur allzu widerstandslos – wie einen Körper ohne Rückgrat. Der Kontrast zur etwas einseitigen Härte und Direktheit Leinsdorfs (nicht zuletzt in den Bläsern) und der vergleichsweisen Kargheit und Dramatik des Stockholmer ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Erstaunlich lange hat Berlin auf Claudio Monteverdi warten müssen. Während der legendäre Zürcher Zyklus von Nikolaus Harnoncourt und Jean-Pierre Ponnelle an fast allen Opernhäusern Europas als Initialzündung für eine Auseinandersetzung mit den Bühnenwerken Monteverdis in historisierendem Klangbild wirkte, ging diese Welle sowohl an der geteilten wie an der...
Die wirtschaftswissenschaftliche Auseinandersetzung mit Fragen der öffentlichen Finanzierung von Kultur verliert sich meist in den Verästelungen der Wohlfahrtsökonomie. Von solchen akademisch-spekulativen Ansätzen hebt sich die englische Dissertation «In Search of a Magic Flute» von David Ranan als eine eher praxisorientierte Studie ab. Der Autor hat den größten...
Die Demonstranten haben ein gewichtiges Anliegen. Stumm betreten sie mitten im Finale des «Fidelio»-Finales die Bühne des Nationaltheaters Weimar und halten dem Publikum ihre selbst gemalten Plakate und Transparente entgegen: «Stirbt Thüringens größter Indoor-Fasching?» und «Rettet unsere Uni-Mensa!» lauten die Fragen und Forderungen, die ihnen auf der Seele...
