Operette ist das Schwerste überhaupt
Frau Prohaska, Sie haben kürzlich ein Album mit Arien von Purcell, Graupner, Sartorio, Locke, Castrovillari, Händel, Hasse und Cavalli veröffentlicht. Titel: «Serpent & Fire» – ein blütenreines Konzeptalbum. Warum ist das nicht bei Ihrem Haus-Label, der Deutschen Grammophon, erschienen?
Es war dort geplant. Als sich die Führungsstruktur bei der Deutschen Grammophon veränderte, wollte man das Projekt verschieben. Dabei drohte es sich in Luft aufzulösen.
Die Termine mit dem Ensemble Il Giardino Armonico waren fixiert, also musste ich mich nach einer Möglichkeit umschauen, die CD anderswo zu realisieren. Es hat mich einige schlaflose Nächte gekostet.
Ein Intermezzo, bevor Sie zur Grammophon zurückkehren?
Ja. Allerdings hat das Label Alpha, mit dem ich «Serpent & Fire» glücklicherweise realisieren konnte, gleich weitergeplant, sodass da noch zwei weitere Programme erscheinen werden, bevor ich wieder zur Deutschen Grammophon gehe. DG ist ein exzellentes Label, bei dem ich mich bislang sehr wohl gefühlt habe. Ich glaube aber nicht, dass potenzielle Käufer heute noch unbedingt nach dem Namen des Labels urteilen.
Fühlten Sie sich optimal repräsentiert bei der Grammophon?
Das schon. Trotzdem ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Interview, Seite 82
von Kai Luehrs-Kaiser
Im letzten Jahr ist eine fünfstündige Film-Dokumentation über die Entstehung des Mannheimer «Ring»-Zyklus erschienen. Man sieht alle Beteiligten auf der Bühne wie in den Werkstätten, vom Regisseur Achim Freyer bis zur Souffleuse und den Statisten. Nur einer bleibt ausgespart: der Opernintendant Klaus-Peter Kehr. Man hört lediglich seine Stimme aus dem Off, als er...
Gerade ist in Verona das Arena Opera Festival 2016 zu Ende gegangen. Wie so oft in den vergangenen Jahren erlaubte die angespannte finanzielle Situation nur einen eher müden Spielplan mit notdürftig aufgepeppten Altinszenierungen der «Aida», «Carmen», «Turandot», «Traviata» und des «Trovatore». Als einzige Neuerung im Déjà-vu waren zwei Leuchttafeln für Untertitel...
Was für ein Finale! Zum Ausklang der Spielzeit setzte das Teatro Real einen bemerkenswerten Schlusspunkt, mit einem gänzlich «unspanischen» Stück: Bellinis «Puritani». Es war weniger die Inszenierung Emilio Sagis, eines studierten Anglisten, die den Erfolg begründete – die Regie blendet die politisch-historische Dimension aus, interessiert sich allein für die...
