Zwangsverwaltet
Gerade ist in Verona das Arena Opera Festival 2016 zu Ende gegangen. Wie so oft in den vergangenen Jahren erlaubte die angespannte finanzielle Situation nur einen eher müden Spielplan mit notdürftig aufgepeppten Altinszenierungen der «Aida», «Carmen», «Turandot», «Traviata» und des «Trovatore». Als einzige Neuerung im Déjà-vu waren zwei Leuchttafeln für Untertitel (Italienisch/Englisch) auszumachen, die links und rechts vom Bühnenbereich der Arena angebracht wurden.
«Es sind schwere Zeiten», seufzt der langjährige künstlerische Leiter Maestro Paolo Gavazzeni, der jetzt noch als Berater tätig ist. Denn seit April steht der Veranstalter, die Fondazione Arena di Verona, eine von 14 zentralstaatlich geförderten Opern- und Orchesterstiftungen in Italien, unter Zwangsverwaltung durch einen vom italienischen Kulturministerium entsandten Kommissar. Zwar konnte der Haushalt im Jahr 2015 (Gesamtbudget: rund 45 Millionen Euro) mit einem Minus von «nur» 1,35 Millionen Euro abgeschlossen werden, doch hatte sich in den Jahren zuvor ein Schuldenberg von über 20 Millionen Euro angehäuft. Weil das mehr als 30 Prozent der Grundeinlagen der Fondazione ausmachte, hatte das Ministerium nach dem ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Henning Klüver
Ums große Jubiläum hat Charles MacKay nicht viel Wind gemacht. Der General Manager der Santa Fe Opera ist seit 2008 im Amt, doch die Company in New Mexico wurde in diesem Sommer 60 Jahre alt. Gleichwohl verzichtete man auf ein spezielles Festprogramm, setzte bei den fünf Produktionen auf Repertoirestücke und die bewährte Mischung aus szenischer Kulinarik und...
In «Idomeneo», seiner vielleicht radikalsten, jedenfalls vor innovativer Musik geradezu berstenden Oper, zeigt Mozart das Psychodrama eines traumatisierten Kriegsheimkehrers und träumt zugleich eine Aufklärungsutopie. Auf der Rückfahrt vom trojanischen Krieg gerät Idomeneo in einen Sturm und gelobt Neptun, denjenigen zu opfern, der ihm als Erster nach der...
Herr Carreras, war die zweite und letzte Vorstellung von «El Juez» in Wien eigentlich Ihr letzter Auftritt auf der Opernbühne?
Wer sagt das?
Nun, in Ihrem offiziellen Terminkalender tauchen keine Folgeprojekte auf.
Ach, wer weiß. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, etwas in dieser Art zu singen, eine Oper, in deren Entstehung ich von Beginn an einbezogen bin, bei der...
