Zwangsverwaltet
Gerade ist in Verona das Arena Opera Festival 2016 zu Ende gegangen. Wie so oft in den vergangenen Jahren erlaubte die angespannte finanzielle Situation nur einen eher müden Spielplan mit notdürftig aufgepeppten Altinszenierungen der «Aida», «Carmen», «Turandot», «Traviata» und des «Trovatore». Als einzige Neuerung im Déjà-vu waren zwei Leuchttafeln für Untertitel (Italienisch/Englisch) auszumachen, die links und rechts vom Bühnenbereich der Arena angebracht wurden.
«Es sind schwere Zeiten», seufzt der langjährige künstlerische Leiter Maestro Paolo Gavazzeni, der jetzt noch als Berater tätig ist. Denn seit April steht der Veranstalter, die Fondazione Arena di Verona, eine von 14 zentralstaatlich geförderten Opern- und Orchesterstiftungen in Italien, unter Zwangsverwaltung durch einen vom italienischen Kulturministerium entsandten Kommissar. Zwar konnte der Haushalt im Jahr 2015 (Gesamtbudget: rund 45 Millionen Euro) mit einem Minus von «nur» 1,35 Millionen Euro abgeschlossen werden, doch hatte sich in den Jahren zuvor ein Schuldenberg von über 20 Millionen Euro angehäuft. Weil das mehr als 30 Prozent der Grundeinlagen der Fondazione ausmachte, hatte das Ministerium nach dem ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 32
von Henning Klüver
Neben Händels Opern haben mittlerweile auch etliche seiner Oratorien den Weg auf die Bühnen der Welt gefunden. Selbst ein so dezidiert undramatisch angelegtes Werk wie «Messiah» wurde bereits verschiedentlich szenisch realisiert. Händels Oratorium über den alttestamentlichen König Saul hingegen, der dem Wahnsinn verfällt und, von Gott verlassen, in der Schlacht...
Als es ans Sterben geht, wird es feucht. Nicht nur in den Augen mancher Zuhörer, sondern auch am Himmel. Doch der Wettergott hat ein Einsehen, es tröpfelt nur ein wenig. Keiner der 2000 zahlenden Besucher und der 20 000 erwünschten Zaungäste muss weichen, ehe Violetta Valery ihr Leben ausgehaucht hat. Niemand möchte missen, was Marina Rebeka zu singen hat....
Die Natur hat die junge Russin Margarita Gritskova mit einer Riesenstimme ausgestattet: einem Mezzosopran, fulminant in der Höhe, wie eine dunkle Glocke in der Tiefe und äußerst agil in den Auszierungen. Inzwischen singt sie in vorderster Reihe an der Wiener Staatsoper. Sie ist ein leuchtendes Beispiel für die Förderung junger Begabungen, wie sie Intendant Jochen...
