Ohne Zucker

Das Luzerner Theater präsentiert Strauss’ «Rosenkavalier» in einer abgespeckten Version und klug zugespitzten Inszenierung

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Der Rosenkavalier» – ein Wagnis? Für Luzern schon. Das Haus verfügt über rund 500 Sitzplätze im Parkett und auf zwei Rängen; weder von der Raumakustik noch von den Dimensionen des Orchestergrabens her ist die Möglichkeit gegeben, die orchestral großbesetzte «Komödie für Musik» aus dem Jahre 1911 in einer vernünftigen Weise zur Aufführung zu bringen. Oder stimmt das etwa nicht? Das von Ina Karr als Intendantin geleitete Luzerner Theater wollte es wissen.

Es brachte den «Rosenkavalier» schnurstracks zur Luzerner Erstaufführung – und bietet damit einen Musiktheaterabend, der einen nachhaltig überrascht und in bester Weise amüsiert.

Kein Wunder, am Regiepult saß Lydia Steier, ihres Zeichens Co-Operndirektorin am Haus – und eine Theaterzauberin erster Güte. Es beginnt damit, dass dem Mariandl, der Kammerzofe der Feldmarschallin, eine zentrale Rolle zukommt. Kleingewachsen und tonlos, aber vielsagend in Blicken und Gesten führt Valérie Junker durch den Abend, öffnet und schließt den Vorhang und ist stets zur Stelle, wenn es einen dienlichen Handgriff zu leisten gilt. Rasch stellt sich Zirkusatmosphäre ein, was im Lever des ersten Aktes nach Maßen ausgekostet wird. Ein wild gewordener ...

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Opernwelt März 2023
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Peter Hagmann

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