«Ohne Intuition geht gar nichts»
Frau Petersen, auf Ihrer neuen CD interpretieren Sie Liebeslieder von Robert Schumann – gemeinsam mit Anke Vondung, Werner Güra und Konrad Jarnot sowie den Pianisten Christoph Berner und Camillo Radicke. In dem Zyklus «Spanisches Liederspiel» op. 74 findet sich eine der wenigen Solo-Nummern: «Melancholie». Sie singen das, als ob Sie das Verzweifeln an der «Qual der Liebe» nur zu gut kennen...
Das liegt an Schumann. Er hat dieses Lebensgefühl musikalisch so überzeugend ausgedrückt, dass ich das nachvollziehen kann.
Auch wenn die Melancholie meinem Naturell eigentlich überhaupt nicht entspricht.
Haben Sie deshalb bislang einen Bogen um das romantische Liedrepertoire geschlagen?
Nein. Es war einfach so, dass bei mir der Schwerpunkt auf der Oper lag. Erst in letzter Zeit ist das Lied für mich wichtiger geworden. Das Lied bedeutet für mich eine Rückbesinnung auf die Essenz des Singens. Man ist ganz auf die Stimme zurückgeworfen, völlig auf sich gestellt. Es gibt keine Bühne und kein Orches-
ter. Alles hängt davon ab, wie man den Text und die Musik behandelt. Das finde ich großartig.
Mit dem erwähnten Schumann- und einem vorausgegangenen Brahms-Programm setzen Sie sich für eine kaum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
50 Jahre «Opernwelt» und «Theater heute»: Das haben wir zum Anlass genommen – nicht für einen Festakt, sondern für ein Fest. Es fand am 28. August im Berliner Schiller-Theater statt, einem Ort, der durch seine Geschichte mit dem Schauspiel und durch seine Zukunft mit der Oper verbunden ist. (Seit Oktober 2010 spielt dort die Berliner Staatsoper, danach wird ihn die...
Die Kunst der medialen Maskeraden beherrscht kaum eine zweite Sängerin so virtuos wie Cecilia Bartoli. Vor drei Jahren tourte sie als Maria Malibran durch Europa – und rückte dabei nicht nur das Repertoire der legendären Primadonna des frühen 19. Jahrhunderts ins Rampenlicht, sondern auch die Person. In einem mobilen Museum, das vor jeder Konzertstätte geparkt war,...
In einem Darmstädter Vortrag von 1961 dachte Theodor W. Adorno darüber nach, was künstlerische Utopie bedeutet. Seine Antwort: «Dinge machen, von denen wir nicht wissen, was sie sind.» Das konnte, über alle Sentenzhaftigkeit hinaus, konkret auf die Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre bezogen werden. Und es hatte weitreichende Folgen. In der Oper bedeutete der...
