Nostalgische Melange
Das hat sich Eduard Tobler, Besitzer der Berliner Tobler-Werke, fein ausgedacht: einmal inkognito als armer Mann in den Winterurlaub zu reisen, um herauszufinden, ob er im Grandhotel dann ebenso gut behandelt wird wie die Millionäre, zu denen er eigentlich gehört. Nur dass ihm zum einen seine Tochter dazwischenfunkt, die dem Hoteldirektor vorab verrät, dass da gar kein armer «Schulze» kommt, zum anderen ein tatsächlich armer Gast, mit dem er verwechselt wird und dem nun alle Annehmlichkeiten eines Millionärs zuteilwerden, während Schulze alias Tobler Schnee schippen darf.
Keine Frage: Erich Kästners Roman «Drei Männer im Schnee», erschienen 1935 in Zürich, ist der geborene Operettenstoff. Weshalb schon im «Dritten Reich», wo Kästner offiziell Publikationsverbot hatte, ein erfolgreiches Lustspiel daraus wurde und weltweit noch einige erfolgreiche Verfilmungen. Das Münchner Gärtnerplatztheater hat aus dem Stoff nun eine ebenso erfolgreiche Revueoperette im Stil der 1930er-Jahre gemacht, wenn man den stehenden Ovationen bei der Uraufführung glauben darf.
Das deutlich die Handschrift des Gärtnerplatz-Intendanten Josef E. Köpplinger tragende Erfolgsrezept ist dabei klar, sobald der ...
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Opernwelt März 2019
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Michael Stallknecht
Man kennt das aus der Wirtschaft: Der Patriarch kann sich nicht aus seiner Führungsposition lösen, hält jeden, der Ideen für die Zukunft der Firma entwickelt, für inkompetent – und treibt damit letztlich das Familienunternehmen in den Ruin. So führt sich derzeit auch Siegfried Matthus auf, der zu DDR-Zeiten hoch geschätzte Komponist, der kurz nach der Wende die...
Der Himmel über Paris, so zumindest will es unsere Fantasie, war strahlend blau an jenem Junitag des Jahres 1669, der als eine Art Gründungsmythos in die Annalen der (französischen) Musikgeschichte Eingang gefunden hat. Denn an diesem Tag zeigte sich der launische Sonnenkönig Ludwig XIV. von seiner charmantesten Seite: Er gewährte dem schriftstellernden Abbé...
Man hätte sich schon hinter den sieben Bergen verstecken müssen, tief in einer Höhle, in mönchischer Klausur. Nur so wäre einem im vergangenen Jahr der 100. eines gewissen Komponisten entgangen. Für den Fall, dass Sie zu den der Welt Abhandengekommenen gehören und nun auf wundersame Weise ein Exemplar dieser «Opernwelt»-Ausgabe vor Augen haben: Es ging um Leonard...
