Nixe aus Heringsdorf

Glanert: Oceane
Berlin | Deutsche Oper

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Wer die Oper liebt, kennt auch die Geschichte vom Berg und dem Mäuslein. Es ist nämlich ein Maximum an Kraft und Können nötig, um das perfekte Nichts zu produzieren. Diese Erfahrung gehört zu den vielen Paradoxa des «unmöglichen Kunstwerks», die der Kritiker Oscar Bie 1913 in seiner legendären Analyse dieser Gattung nur vergessen hatte zu erwähnen.

Ende April war es wieder so weit: An der Deutschen Oper Berlin wuchsen überirdisch feine und zerbrechliche Klänge aus dem Graben, wie sie nie von Maschinen erzeugt werden können, nur von Menschen, und zwar sehr vielen.

Nur ein Riesenorchester kann solch ein fantastisch ergreifendes Crescendo aus dem Nichts heraufbeschwören, das sich langsam aufbaut, im Pianissimo aus der Stille aufsteigend. Geteilte Violinen, Harfen treten dazu, Vokalisen einer hohen Frauenstimme, Chorstimmen aus dem Off. Später, mit den Bläsern dabei, verdichtet sich das zu einer schimmernden, flutenden Fläche aus Mischfarben. Dem einen oder anderen Zeugen der Uraufführung im Zuschauerraum mögen sich bereits bei der Introduktion zu dieser neuen Oper «Oceane» von Detlev Glanert die Nackenhaare gesträubt haben – was sich zwei Stunden später, nach dollen Sturm- und ...

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Opernwelt Juni 2019
Rubrik: Panorama, Seite 34
von Eleonore Büning

Vergriffen
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