Geflüster im Kornfeld

Andrea Breths «Eugen Onegin» liegt ein Jahr nach seiner Salzburger Premiere auf DVD vor

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Die Schreibmaschine ist schön. Weil sie Erinnerungen weckt an eine Zeit, in der Wörter noch gleichsam eingemeißelt wurden. Altes Modell, vielleicht eine Olympia aus den sechziger Jahren. Vor ihr Anna Samuil, in grauer Leinenhose und lindgrüner Bluse, im Schneidersitz, auf dem Boden hin- und herwogend wie ihre Seele. Soll ich? Soll ich nicht? Ja, sie soll.

Und man sieht ihr gern dabei zu, weil die Bildregie von Brian Large bei aller Nähe doch die nötige Distanz des zwar interessierten, aber nicht voyeuristischen Betrach­ters zur Figur belässt und damit etwas Wesentliches der Regie aufnimmt: Keine der Personen, die mitmachen in diesem Spiel von (nicht nur) tödlicher Langeweile und falsch gerichteter Leidenschaft, wird denunziert. Allen ist das Wichtigste geblieben: Würde.
Andrea Breth ist für ihre Salzburger Inszenierung von Tschaikowskys «Eugen Onegin» im quasi naturalistischen Bühnenbild von Martin Zehetgruber und mit den Kostümen von Silke Willrett viel gelobt, aber auch getadelt worden (siehe OW 9-10/2007). Sieht (und hört) man nun ein Jahr danach die Aufnahme dieses Abends auf DVD, will man Letzteres kaum verstehen. Die Lyrischen Szenen, wie der Komponist selbst seine Schöpfung ...

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Opernwelt November 2008
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 29
von Jürgen Otten

Vergriffen
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